Rückgrat der Virtualisierung

Hypervisor-Migration: erst die Organisation, dann die Technik

Hypervisor

Steigende Lizenzkosten, neue regulatorische Anforderungen und der Wunsch nach größerer technologischer Flexibilität führen derzeit dazu, dass viele Unternehmen ihre Virtualisierungsstrategie neu bewerten.

Der Wechsel des Hypervisors ist dabei längst kein Nischenthema mehr. Stattdessen stellt sich zunehmend die Frage, wie sich bestehende Workloads sicher, wirtschaftlich und mit möglichst geringem Risiko auf eine neue Plattform überführen lassen.

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In der öffentlichen Diskussion steht häufig die Wahl des zukünftigen Hypervisors im Mittelpunkt. Die Projekterfahrung zeigt jedoch ein anderes Bild: Nicht die eigentliche Migration virtueller Maschinen entscheidet über den Erfolg eines Projekts, sondern die organisatorische Vorbereitung und die Architektur der zugrunde liegenden Infrastruktur.

Gewachsene IT-Landschaften verdienen einen zweiten Blick

Viele Unternehmen verfügen bereits über eine gut gepflegte CMDB, Discovery-Werkzeuge oder etablierte Dokumentationsprozesse. Dennoch zeigt sich in Migrationsprojekten immer wieder, dass IT-Landschaften über Jahre gewachsen sind und sich fachliche wie technische Abhängigkeiten verändert haben.

Eine Hypervisor-Migration bietet deshalb die Chance, vorhandene Informationen zu validieren und gegebenenfalls zu ergänzen. Dabei geht es weniger um die Frage, auf welchem Host eine virtuelle Maschine betrieben wird, sondern vielmehr um die Beziehungen zwischen Anwendungen, Wartungsfenstern, Verantwortlichkeiten sowie Anforderungen an Verfügbarkeit und Wiederanlauf. Diese Transparenz erleichtert nicht nur die eigentliche Migration, sondern reduziert auch Projektrisiken und schafft eine belastbare Grundlage für zukünftige Betriebsmodelle.

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Der Hypervisor wechselt – die Speicherplattform bleibt

Während Unternehmen ihre Virtualisierungsplattform künftig möglicherweise mehrfach wechseln, bleibt die zugrunde liegende Speicherplattform häufig über viele Hardware- und Softwaregenerationen hinweg bestehen. Genau deshalb entwickelt sich Storage zunehmend von einem reinen Datenspeicher zu einem strategischen Bestandteil der Virtualisierungsarchitektur. Eine Hypervisor-unabhängige Speicherplattform ermöglicht es, unterschiedliche Virtualisierungsplattformen parallel zu betreiben und Workloads schrittweise zwischen ihnen zu migrieren.

Unternehmen vermeiden dadurch risikoreiche Big-Bang-Migrationen und gewinnen die Flexibilität, ihre Virtualisierungsstrategie an zukünftige Anforderungen anzupassen, ohne gleichzeitig ihre gesamte Datenplattform verändern zu müssen.

Ebenso wenig wie jede Anwendung identische Anforderungen an Verfügbarkeit besitzt, eignet sich jeder Workload für denselben Migrationsansatz. Für weniger kritische Systeme kann eine geplante Cold-Migration vollkommen ausreichend sein. Andere Anwendungen profitieren von einer Warm-Migration mit kurzen Wartungsfenstern, während geschäftskritische Systeme möglichst ohne nennenswerte Unterbrechung übertragen werden sollen. Die eigentliche Herausforderung besteht daher nicht darin, ein einzelnes Migrationsverfahren auszuwählen, sondern unterschiedliche Verfahren innerhalb eines Projekts sinnvoll miteinander zu kombinieren.

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Daten intelligent bewegen statt mehrfach kopieren

Moderne Speicherplattformen stellen heute Snapshot-, Klon- und Replikationsmechanismen bereit, die sich gezielt für Migrationsprojekte nutzen lassen. Dadurch muss die eigentliche Datenbasis häufig nicht vollständig neu kopiert werden. Werkzeuge wie das NetApp Shift Toolkit bauen auf diesen Datenservices auf und unterstützen Unternehmen beispielsweise bei der Migration zwischen VMware, Microsoft Hyper-V, Proxmox VE oder OpenShift Virtualization.

Durch die Nutzung herstellernativer Funktionen reduziert sich die eigentliche Datenbewegung erheblich. Viele Migrationen lassen sich dadurch innerhalb weniger Minuten durchführen, während klassische Verfahren häufig deutlich längere Wartungsfenster erfordern. Gerade bei geschäftskritischen Anwendungen trägt dieser Ansatz dazu bei, Ausfallzeiten zu minimieren und Migrationsprojekte besser planbar zu machen.

Automatisierung wird zum Erfolgsfaktor

Mit zunehmender Projektgröße steigt auch der Wunsch nach einer weitgehenden Automatisierung. Migrationsprozesse sollen heute nicht isoliert ablaufen, sondern sich in bestehende Betriebs-, Freigabe- und Change-Management-Prozesse integrieren. Neben einer grafischen Benutzeroberfläche stellt das Toolkit deshalb auch eine vollständig dokumentierte REST-API bereit. Unternehmen können dadurch die Storage-basierten Migrationsmechanismen von ONTAP direkt in eigene Orchestrierungsplattformen, Self-Service-Portale oder Automatisierungs-Workflows integrieren.

Damit lässt sich die eigentliche Migration unabhängig von den vorgegebenen Abläufen des Werkzeugs in bestehende Unternehmensprozesse einbetten. Gleichzeitig profitieren Unternehmen weiterhin von den nativen Datenservices der Speicherplattform, wodurch sich insbesondere geschäftskritische Workloads deutlich schneller migrieren lassen.

Eine erfolgreiche Migration ist nicht abgeschlossen, sobald die erste virtuelle Maschine auf einer neuen Plattform läuft. Bereits während der Planung sollten Themen wie Backup, Disaster Recovery, Hochverfügbarkeit, Monitoring und Automatisierung berücksichtigt werden. Ebenso gewinnt die Frage an Bedeutung, ob künftig mehrere Hypervisoren parallel betrieben werden sollen.

Genau dieser Multi-Hypervisor-Ansatz zeichnet sich derzeit in vielen Unternehmen ab. Unterschiedliche Plattformen werden künftig abhängig vom jeweiligen Einsatzzweck parallel genutzt – beispielsweise für klassische Unternehmensanwendungen, Entwicklungsumgebungen oder containerisierte Workloads. Eine Hypervisor-unabhängige Speicherplattform bildet dabei die gemeinsame Datengrundlage. Sie ermöglicht es, unterschiedliche Hypervisoren parallel zu betreiben und Workloads flexibel zwischen ihnen zu verschieben, ohne dass die Datenstrategie grundlegend angepasst werden muss.

Fazit

Die technische Migration virtueller Maschinen ist heute mit den verfügbaren Werkzeugen in vielen Fällen gut beherrschbar. Der eigentliche Projekterfolg entscheidet sich jedoch deutlich früher – durch eine saubere organisatorische Vorbereitung, eine realistische Bewertung der Workloads und eine Architektur, die Veränderungen langfristig unterstützt.

Eine Hypervisor-unabhängige Speicherplattform schafft hierfür die notwendige Grundlage. Sie entkoppelt Daten von der jeweils eingesetzten Virtualisierungsplattform, unterstützt unterschiedliche Hypervisoren und ermöglicht automatisierbare Migrationsprozesse über standardisierte Schnittstellen.

Damit wird nicht der Wechsel des Hypervisors zum eigentlichen Ziel eines Migrationsprojekts, sondern die Schaffung einer flexiblen Infrastruktur, die Unternehmen langfristig die Freiheit gibt, ihre Virtualisierungsstrategie an neue Anforderungen anzupassen – ohne ihre Daten bei jeder technologischen Veränderung erneut migrieren zu müssen.

Engel

Andreas

Engel

Consulting Solutions Architect Virtualization

NetApp

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