NFVIS-for-UC

Cisco bringt eigenen Hypervisor als VMware-Alternative

Cisco
Bildquelle: MacroEcon/Shutterstock.com

Cisco steht kurz vor der Veröffentlichung eines eigenen Hypervisors, der als Alternative zu VMware für Nutzer der hauseigenen Kommunikationsanwendungen dienen soll.

Das berichtet TheRegister. Ciscos Kommunikationslösungen wie der Unified Communications Manager, der klassische Telefonanlagen ersetzen soll, benötigen eine Virtualisierungsumgebung. Jahrelang setzte Cisco dabei auf VMware als bevorzugte Plattform. Seit Broadcom VMware übernommen hat, konzentriert sich der Virtualisierungsspezialist jedoch verstärkt auf das hochpreisige Cloud-Foundation-Paket (VCF), während günstigere vSphere-Editionen in den Hintergrund rücken. Für Unternehmen, die Virtualisierung ausschließlich für Telefonie-Software benötigen, ist VCF wirtschaftlich oft nicht darstellbar.

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Fokus auf Kernfunktionen

Bereits 2024 kündigte Cisco die neue Lösung an. Der Hypervisor soll sich auf “wesentliche Virtualisierungsfunktionen” beschränken und richtet sich an Organisationen, die eine unkomplizierte Virtualisierungsplattform ohne Abhängigkeit von Cloud-Diensten oder umfangreichen Drittanbieter-Lösungen suchen. Zeitgleich erweiterte Cisco die Kompatibilität seiner UC-Anwendungen um den AHV-Hypervisor von Nutanix.

Die Lösung trägt die Bezeichnung NFVIS-for-UC und basiert auf Ciscos bereits existierender Network Function Virtualization Infrastructure Software (NFVIS), die das Unternehmen für netzwerkspezifische Workloads auf eigenen Appliances einsetzt. Die UC-Variante erhält eine separate Produkt-ID, eigene Preisgestaltung und Lizenzierung sowie eine angepasste Administrationsumgebung. Der Hypervisor ist ausschließlich für Ciscos Kommunikationsanwendungen vorgesehen.

Verfügbarkeit im laufenden Quartal angekündigt

Cisco plant die Markteinführung für das erste Quartal 2026. Anfang Februar veröffentlichte das Unternehmen bereits einen Virtualisierungsleitfaden, aus dem hervorgeht, dass aktualisierte Software-Versionen für die neue Plattform bereitstehen.

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Produktspezifische Hypervisoren haben in der IT-Branche Vorläufer: Citrix beispielsweise verlagerte seinen Schwerpunkt von universellen Hypervisoren auf die Unterstützung eigener Anwendungen.

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Auswirkungen auf den Markt

VMware dürfte in Ciscos Initiative keine direkte Konkurrenz sehen, da sich das Unternehmen auf Kunden ausrichtet, die VCF mit seinen integrierten Komponenten für Compute, Netzwerk, Storage, Kubernetes und Cloud-native Entwicklung vollständig übernehmen. Broadcom verweist auf Umsatzsteigerungen und nennt Großkunden wie die japanische Wetterorganisation als Referenz.

Die kleineren vSphere-Pakete bleiben zwar im Portfolio, doch berichten Kunden von Vertragsverlängerungsverhandlungen, bei denen ausschließlich VCF angeboten wird.

Mit NFVIS-for-UC könnte sich diese Entwicklung beschleunigen: Unternehmen erhalten eine Alternative, die sie zwar enger an Cisco bindet, aber von der Entscheidung für VCF befreit.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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