Cloud-native Virtualisierung für OEMs und Partner

Entwicklungs-Turbo für Automotive-Software

Automotive-Software

Softwareintegration und Tests unter realen Bedingungen sind in der Software-Entwicklung im Automotive-Bereich traditionell sehr zeitaufwendig.

Plattformbasierte Ansätze und Virtualisierung können diese Entwicklungszyklen drastisch verkürzen. Neben der Zeitersparnis bieten diese Methoden zusätzliche technologische und finanzielle Vorteile für Automobilentwickler.

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Das Konzept des Software-defined Vehicles ist nicht mehr nur ein Schlagwort. Insbesondere Tesla und viele chinesische Automobilhersteller zeigen, wie die Verlagerung von Funktionen von Hardware auf Software die Entwicklungszyklen verkürzt und zu einer schnellen Markteinführung führt. Dies beschleunigt Innovationen, macht Fahrzeuge für Käufer attraktiver und steigert letztendlich den Absatz.

Moderne Softwareentwicklungsstrategien nutzen Plattformansätze, Cloud-native und KI-beschleunigte Toolchains sowie Virtualisierung. Sie setzen auf modernste lösungsbasierte Angebote aus dem gesamten Netzwerk der Automobilzulieferer und bieten Entwicklern umfassende Build- und Testumgebungen, die Entwicklung, Validierung und Bereitstellung von Software rationalisieren.

Die zentrale Idee hinter einer Virtualisierungsumgebung für SDV-Anwendungen

Automotive-Softwareentwickler, die auf umfangreiche selbst erstellte Stacks setzen wollen, ohne die auf dem Markt verfügbaren Angebote zu prüfen oder zu nutzen, sehen sich mit enormen Ressourcenanforderungen und langsameren Entwicklungszyklen konfrontiert. Außerdem werden alle Anstrengungen auf die Integration und Implementierung von nicht differenzierenden Funktionen verwendet, anstatt auf Innovationen und Markendifferenzierung, von denen die OEMs profitieren. Ein effizienterer Ansatz besteht darin, fertige Softwaremodule zu integrieren und anzupassen und sie zu einer funktionierenden Einheit zu kombinieren. Entscheidend ist auch die Flexibilität zwischen Modulen wählen zu können, um verschiedene Kandidaten einfach zu bewerten.

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Genau das ist die Idee hinter dem SDV Accelerator, einer Virtualisierungsplattform zur Bewertung, Entwicklung, Prüfung, Simulation und Bereitstellung von SDV-Anwendungen. Zahlreiche führende Anbieter von Automobilsoftware und -hardware stellen ihre Lösungen in einer Cloud-nativen Umgebung zur Verfügung, sodass Entwickler diese Angebote – sowohl einzeln als auch in Kombination –testen, erkunden und bewerten sowie direkt validieren können. Die Plattform ermöglicht Entwicklern, digitale Zwillinge einzusetzen, die immer mehr dem realen Fahrzeug entsprechen. Die Angebote decken bereits den größten Teil der für ein modernes Fahrzeug erforderlichen SDV-Architektur ab und werden kontinuierlich um neue Beiträge erweitert.

Entwickler können die Plattform auch nutzen, um ihre eigene Software zu programmieren und deren Funktionalität und Nutzbarkeit in einer Echtzeit-Testumgebung zusammen mit Partnermodulen zu testen. Ebenso können sie fertige Module anderen Plattformteilnehmern anbieten und so mit ihrer eigenen Software Umsätze generieren.

Technische Grundlage von AWS

HERE und AWS haben die Entwicklungsplattform SDV Accelerator eingeführt, die auf der Technologie von Amazon Web Services (AWS) basiert. Sie bietet eine cloudbasierte virtuelle Engineering-Umgebung, die Lösungsanleitungen, Beispielcode, SDV-Architekturreferenzen und sorgfältig ausgewählte Dienste einer Reihe von Partnerunternehmen umfasst.

Der Übergang zum Software-defined Vehicle verändert die Art und Weise, wie Entwickler ihre Systeme entwerfen, implementieren und testen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrzeugen, die auf mehreren relativ unabhängigen Steuereinheiten basierten, ist die Software in einer SDV-Umgebung oft zentralisiert und in Zonen organisiert. Diese Zonen interagieren mit vielen anderen Modulen, was die gegenseitigen Abhängigkeiten und die Komplexität erheblich erhöht, aber auch mehr Möglichkeiten für Synergien und einzigartige neue Benutzererfahrungen bietet. Infolgedessen sind bereits in frühen Entwicklungsphasen, lange bevor physische Prototypen verfügbar sind, umfangreiche Tests erforderlich.

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Die Benutzererfahrung entscheidet über den Erfolg

In der heutigen Automobilbranche ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal die „Fahrzeugerfahrung“, also die nahtlose, intuitive Interaktion der Insassen mit ihrem Fahrzeug. Wenn sich die Systeme anfühlen, wie ein Stückwerk aus unpassenden Komponenten, der an Frankensteins Monster erinnert, riskieren OEMs, ins Hintertreffen zu geraten. Umgekehrt vermitteln tief integrierte Funktionen den Eindruck eines durchdachten Gesamtkonzepts, das den Kunden Vertrauen und Freude bereitet. Diese Integrationstiefe umzusetzen, bleibt jedoch eine Herausforderung. OEMs investieren erhebliche Anstrengungen in die Harmonisierung unterschiedlicher Systeme aus verschiedenen Quellen. Der SDV Accelerator soll diesen Prozess vereinfachen: Er bietet „vorintegrierte“ Softwarekomponenten, die mit minimalem Aufwand – praktisch auf Knopfdruck – bereitgestellt werden können.

Kernfunktionalität der Entwicklungsumgebung

Nach der Auswahl der Software kann ein OEM die Lösung seinem Markenauftritt anpassen und erweitern sowie eigene Lösungen hinzufügen, um ein optimales Gesamtsystem zu entwerfen. Partner können auch benutzer- oder fahrzeuggenerierte Daten nutzen, um diese Lösungen zu validieren und zu optimieren. All dies geschieht in einer virtualisierten Cockpit-Umgebung (oder später für das gesamte Fahrzeug), die sich wie ein digitaler Zwilling verhält, der das Verhalten in der realen Welt widerspiegelt. Dieser Ansatz ermöglicht umfassende Tests und Verfeinerungen vor der physischen Integration und gewährleistet Qualität und Konsistenz über alle Systeme hinweg.

Durch die Virtualisierung von Entwicklung und Integration verkürzt der SDV Accelerator die Entwicklungszeiten erheblich, senkt Kosten und vereinfacht die Validierung komplexer Ökosysteme mit mehreren Partnern. Er bietet außerdem eine skalierbare Grundlage für die zukünftige Erweiterung über mehrere Fahrzeuglinien hinweg und hilft OEMs, Innovationen schneller auf den Markt zu bringen.

Echtzeit-Betriebssystem in der Cloud

Der SDV Accelerator ist eine cloudbasierte Plattform, auf der Hersteller dank Servern mit derselben Prozessortechnologie wie in modernen Fahrzeugen dieselben Betriebssysteme ausführen, die auch in heutigen Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Das bedeutet, dass die Fahrzeugsoftware hauptsächlich in der Cloud ausgeführt wird, sodass Funktionen wie Navigation, Fahrerassistenz, autonomes Fahren und Infotainment einfach zu testen sind, noch bevor physische Prototypen gebaut werden.

Die Plattform nutzt optimierte Entwicklungstools: Der Projektcode wird online organisiert und verwaltet, und die Software lässt sich sofort in simulierten Umgebungen testen. Entwickler können schnell sehen, wie ihre Änderungen funktionieren, und sogar Updates automatisieren. Sie müssen nicht auf spezielle Hardware warten und können Tests sofort in großem Umfang durchführen.

Über den AWS Marketplace können Entwickler vorgefertigte Automotive-Services zu ihren Projekten hinzufügen und mit einem Klick ausprobieren. So lässt sich beispielsweise ein virtuelles Armaturenbrett oder Navigationssystem verwenden, das sich genau wie in einem echten Auto verhält. Die Plattform vereinfacht auch den Einsatz künstlicher Intelligenz in Fahrzeugfunktionen und übernimmt die gesamte Softwarelizenzierung und Abrechnung, sodass sich Entwickler nicht um diese Details kümmern müssen.

SDV Accelerator beschleunigt die Entwicklung erheblich

SDV Accelerator verändert alle Entwicklungsprozesse für ein modernes Fahrzeug erheblich. Dank der Softwareauswahl möglicher Partneranwendungen sind eine schnelle Bewertung und sofortige Tests möglich. Die langen Wartezeiten, die bisher üblich waren, bevor „Ihre“ Software auf einem Prototyp getestet werden konnte, entfallen vollständig. Darüber hinaus bietet die Plattform selbst auch neue Vertriebskanäle für Eigenentwicklungen, die andere Hersteller nutzen möchten.

Derzeit konzentrieren sich die Simulationen auf Cockpit-Funktionen, wobei eine erweiterte Hardware-Emulation – wie Video- oder Radardaten – in Kürze erwartet wird. Diese Entwicklung wird die Möglichkeiten der OEMs für eine umfassende Systemvalidierung weiter verbessern.

Timmer

Remco

Timmer

SVP Product & Technology

HERE Technologies

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