Cloudflare launcht das Erkennungssystem Precursor. Die Technologie analysiert das Nutzerverhalten während der gesamten Sitzung zur Abwehr moderner Bots.
Der Cloud-Sicherheitsdienstleister Cloudflare hat ein neues System zur Erkennung automatisierter Bots vorgestellt. Die Technologie mit dem Namen Precursor überwacht kontinuierlich verschiedene Interaktionssignale während einer laufenden Browsersitzung. Dazu gehören Mausbewegungen, das Scrollverhalten, die Tippgeschwindigkeit, Aktivitäten der Zwischenablage sowie die Sichtbarkeit von Seiten. Ziel der verhaltensbasierten Analyse ist es, hochentwickelte Bots zu identifizieren, die herkömmliche CAPTCHA-Abfragen umgehen, JavaScript ausführen und reguläre Webbrowser emulieren können.
Datenschutz und Datenminimierung bei der Auswertung
Laut Angaben des Betreibers zeichnet das System keine konkreten Tastatureingaben auf, sondern konzentriert sich ausschließlich auf die zeitlichen Abstände und den individuellen Rhythmus der Eingaben. Zudem werden die erhobenen Daten laut Cloudflare weder mit persönlichen Identitäten verknüpft noch zur Erstellung dauerhafter Nutzerprofile verwendet. Trotz dieser Zusicherungen werfen Systeme, die das Bewegungs- und Tippverhalten von Anwendern während des gesamten Besuchs einer Webseite lückenlos überwachen, datenschutzrechtliche Fragen auf.
Hoher Anteil an automatisierten Web-Aufrufen
Die Notwendigkeit für komplexere Schutzmaßnahmen begründet das Unternehmen mit der veränderten Bedrohungslage im Internet. Schätzungen von Cloudflare zufolge werden mittlerweile rund 57 Prozent aller weltweiten Internet-Anfragen durch automatisierte Bots generiert. Dies macht den Einsatz dynamischer Abwehrmechanismen erforderlich, da statische Sicherheitsabfragen zunehmend an Wirkung verlieren.
(red)