Die Low-Tech-Bewegung

Digitale Abkehr: Junge Nutzer tauschen Smartphones gegen Dumbphones

Immer mehr junge Menschen verzichten auf Smartphones. Plattformen wie Dumbphone Finder verzeichnen rasant steigende Zugriffszahlen für minimalistische Handys.

Der Verzicht auf klassische Smartphones zugunsten von einfachen Mobiltelefonen, sogenannten Dumbphones oder Feature-Phones, nimmt zu. Vor allem jüngere Nutzergruppen greifen vermehrt auf Geräte ohne Internet- und Social-Media-Zugang zurück, um die digitale Bildschirmzeit zu reduzieren. Diese Entwicklung lässt sich an den Nutzerzahlen spezialisierter Online-Angebote ablesen. Die Klickzahlen auf der Webseite Dumbphone Finder stiegen laut dem Gründer Jose Briones von 2022 bis 2025 um das Zwölffache. Im Jahr 2019 waren auf der Plattform 45 verschiedene Mobiltelefone gelistet, während die Datenbank mittlerweile 91 Modelle umfasst. Das zugehörige Forum auf der Plattform Reddit verzeichnet wöchentlich rund 184.000 Besucher.

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Vielfalt der angebotenen Hardware und Basisfunktionen

Die Produktpalette der gefragten Geräte reicht von klassischen Klapphandys bis hin zu speziell entwickelten Minimalist-Telefonen. Hersteller bieten unterschiedliche Gerätekategorien an:

  • Klassische Klapphandys wie das Nokia 2780 Flip mit T9-Tastatur, einer Kamera und grundlegenden Navigationsfunktionen über Google Maps.
  • Minimalistische Geräte wie das Punkt MP02 4G oder das Mudita Kompact mit Monochrom-Displays, deren Software sich auf Kernfunktionen wie Telefonie, SMS, Kalender und Taschenrechner beschränkt.
  • Hybrid-Modelle wie das Wisephone II, die soziale Medien blockieren, aber ausgewählte Nutzanwendungen wie Spotify oder Uber erlauben.
  • Geräte von Startups wie dumb.co, deren Nutzerschaft im Durchschnitt 24 Jahre alt ist, die Nachrichten mit einem Smartphone synchronisieren und Kommunikationsdienste wie WhatsApp unterstützen.

Marktwachstum und veränderte Kundenwahrnehmung

Die veränderte Marktdynamik spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen der Hersteller wider. Das Unternehmen Light Phone verzeichnete mit seinem Modell Light Phone II, das neben Telefonie und SMS lediglich Notizen, Musik und eine einfache Navigation bereitstellt, zwischen 2023 und 2024 ein Wachstum von 100 Prozent. Die Plattform zählt mittlerweile über 100.000 aktive Anwender. Joe Hollier, Mitbegründer von Light Phone, äußerte sich zu der veränderten gesellschaftlichen Akzeptanz dieses Hardware-Trends:

„Die Konversation hat sich so sehr verändert. Es gibt immer noch eine Hemmschwelle für die Menschen, dorthin zu wechseln, aber fast niemand hinterfragt mehr das Warum.“

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Joe Hollier, Mitbegründer von Light Phone

(red)

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