Laut CCS Insight sinken die weltweiten Smartphone-Lieferungen um 15 Prozent. Grund ist der KI-Boom, der zu einer Verknappung von Speicherchips führt.
Das Marktforschungsunternehmen CCS Insight prognostiziert für das laufende Jahr einen Rückgang der weltweiten Smartphone-Lieferungen um 15 Prozent. Bereits im ersten Quartal schrumpfte der Markt für neue Mobiltelefone um 4,4 Prozent, obwohl die Vertriebskanäle zuvor Bestände auf Vorrat angelegt hatten. Gleichzeitig steigen die Endkundenpreise deutlich an. Das Magazin The Register berichtet: „Einige Einstiegsgeräte haben bereits erlebt, dass ihre Ladenpreise seit dem letzten Jahr um mehr als 50 Prozent gestiegen sind“.
Damit hat sich die Situation im Vergleich zu früheren Prognosen drastisch verschärft. Im Januar gingen Analysten noch von einem Preisaufschlag zwischen 6 und 8 Prozent sowie einem maximalen Marktrückgang von 5,2 Prozent aus. Bis zum Februar erwarteten Experten einen Rückgang der Lieferungen um rund 8 Prozent und Preissteigerungen von etwa 14 Prozent.
Verlagerung der Chipproduktion für Smartphones durch den KI-Boom
Die Ursache für diese Entwicklung liegt in der hohen Nachfrage nach Hardware für künstliche Intelligenz. Chiphersteller priorisieren derzeit die Produktion von margenstarken Speicherkomponenten für Hochleistungsserver, die für die Verarbeitung von KI-Prozessen mit Grafikprozessoren ausgestattet sind. Dadurch sinken die Produktionskapazitäten für herkömmliche DRAM- und NAND-Speicher, die für PCs und Mobiltelefone benötigt werden. Bei einigen Smartphones machen die Speicherkomponenten mittlerweile mehr als 30 Prozent der gesamten Materialkosten aus.
„Die Krise bei den Speicherchips zeigt keine Anzeichen einer baldigen Verlangsamung, was den Druck auf Hersteller und Verbraucher erhöht. Speicherkomponenten machen in einigen Smartphones mittlerweile mehr als 30 Prozent der Materialkosten eines Herstellers aus. Die vollen Auswirkungen sind in vielen Regionen noch nicht zu spüren, aber es ist klar, dass sich die Gerätepreise im Laufe des restlichen Jahres beschleunigen werden.“
Ben Hatton, Forschungsanalyst bei CCS Insight
(red)