Meta stellt eine neue Funktion des KI-Bildgenerators Muse nach Datenschutzprotesten ein. Nutzer konnten Fotos fremder Instagram-Profile manipulieren.
Der Technologiekonzern Meta hat eine erst kürzlich eingeführte Funktion seines neuen KI-Bildgenerators Muse wieder eingestellt. Das am 7. Juli 2026 veröffentlichte Werkzeug ermöglichte es Anwendern ursprünglich, digitale Bilder per Texteingabe zu generieren. Nach dem Start wurde jedoch bekannt, dass eine integrierte Funktion namens Presets Panel den direkten Zugriff auf Bildmaterial anderer Personen erlaubte.
Nutzer konnten die öffentlich zugänglichen Fotos fremder Instagram-Konten bearbeiten, indem sie lediglich den jeweiligen Benutzernamen in das System eingaben. Eine Deaktivierung dieser Option war für betroffene Personen nur möglich, indem sie ihr gesamtes Instagram-Profil auf den privaten Modus umstellten. Meta reagierte auf die Kritik mit der Rücknahme der Funktion und erklärte in einer Stellungnahme:
„Wir haben das Feedback gehört, dass diese Funktion das Ziel verfehlt hat, daher ist sie nicht mehr verfügbar.“
Meta
Reaktionen auf Muse von Kritikern und Gewerkschaften
Die Veröffentlichung der Funktion hatte zuvor internationale Proteste von Bürgerrechtsorganisationen und Berufsverbänden ausgesetzt. Die Menschenrechtsorganisation Privacy International kritisierte gegenüber der BBC, dass Technologieunternehmen die Bilder und Daten von Personen zunehmend als Rohmaterial zur Ausbeutung betrachten. Auch die US-amerikanische Mediengewerkschaft SAG-AFTRA hatte Instagram-Nutzer im Vorfeld dazu aufgerufen, ihre Konten privat zu schalten, und begrüßte die schnelle Rücknahme der Funktion.
Die Gewerkschaft teilte mit: „Da die Gefahren von nicht einvernehmlichen digitalen Replikaten allen bekannt sind, ist eine Funktion, die dieses Verhalten begünstigt, unklug. Wir begrüßen die Einstellung. Es ist das verantwortungsvolle Handeln.“ Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen über den Umgang von KI-Unternehmen mit persönlichen Daten ein. Zuletzt hatte auch die australische Schauspielerin Cate Blanchett ein kostenloses Werkzeug initiiert, das die ungefragte Nutzung der eigenen Identität durch künstliche Intelligenz verhindern soll.
UPDATE: A win is a win. 💪 Following widespread backlash — including SAG-AFTRA's call for members to opt out — Meta has withdrawn the feature. https://t.co/RpsiDwnXDA https://t.co/KmZ4ISY7hS
— SAG-AFTRA (@sagaftra) July 11, 2026
(red)