Meta-Chef Mark Zuckerberg gibt zu, dass die Entwicklung von KI-Agenten langsamer läuft als geplant. Interne Umstrukturierungen zeigen noch keine Früchte.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat bei einer firmeninternen Mitarbeiterversammlung eingeräumt, dass die Entwicklung von KI-Agenten hinter den Erwartungen des Managements zurückbleibt. Laut einem Tonmitschnitt, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, erklärte Zuckerberg am Donnerstag, dass der Fortschritt dieser autonomen Systeme in den vergangenen Monaten nicht „in der Art beschleunigt“ wurde, wie es die Führungsebene erwartet hatte.
Der Konzern hat seine strategische Ausrichtung in diesem Jahr massiv auf künstliche Intelligenz fokussiert und investiert erhebliche finanzielle Mittel in diesen Sektor. Allein für das laufende Jahr 2026 prognostiziert das Unternehmen Ausgaben von bis zu 145 Milliarden US-Dollar für den Aufbau der notwendigen KI-Infrastruktur wie Rechenzentren und spezialisierte Halbleiter.
Kritik an internen Personalmaßnahmen bei Meta
Im Zuge der Neuausrichtung leitete Meta tiefgreifende personelle Veränderungen ein. Im Mai 2026 entließ das Unternehmen rund 8000 Mitarbeiter, was etwa zehn Prozent der damaligen Belegschaft entsprach. Gleichzeitig wurden rund 7000 verbleibende Angestellte in neue, auf KI spezialisierte Abteilungen wie die Initiative Agent Transformation versetzt. Zuckerberg gab vor den Mitarbeitern zu, dass diese Entlassungen und Umstrukturierungen intern nicht so „sauber“ abgelaufen seien, wie sie hätten sein sollen. Er rechtfertigte den schnellen Schritt damit, dass die Verantwortlichen bei der Planung im Januar und Februar „besorgt waren, dass wir uns nicht schnell genug anpassen würden“. Die Führungskräfte seien zu diesem Zeitpunkt extrem optimistisch bezüglich externer Softwarewerkzeuge wie Claude Code gewesen und hätten das Tempo der eigenen Entwicklung überschätzt.
Ausbleibende Erträge und umstrittene Datenprogramme
Die mit den drastischen Einschnitten verknüpften Erwartungen haben sich laut dem Konzernchef bislang nicht erfüllt. Zuckerberg erklärte vor der Belegschaft, dass die Wetten auf die neue Struktur „noch nicht Früchte getragen haben“. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass Meta in den kommenden drei bis sechs Monaten erste messbare Vorteile aus den getätigten KI-Investitionen ziehen wird.
Unabhängige Berichte von Software-Ingenieuren aus der KI-Abteilung schilderten die Arbeitsatmosphäre in den neu formierten Teams in den vergangenen Monaten als stark belastend. Zudem äußerte sich Technologiechef Andrew Bosworth während der Versammlung zu einem umstrittenen Programm zur Überwachung von Mausbewegungen und digitalen Aktivitäten der Mitarbeiter, das zur Schulung von KI-Modellen dient. Dieses Programm war nach Protesten wegen Datenschutzbedenken vorübergehend gestoppt worden. Eine eventuelle Wiederaufnahme soll künftig ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen.
(red)