Der US-Konzern Meta entwickelt unter dem Namen Meta Compute eine eigene Cloud-Infrastruktur, um KI-Modelle und Rechenkapazitäten an Firmen zu vermieten.
Meta baut laut Berichten des US-Medienunternehmens Bloomberg eine eigene Cloud-Infrastruktur auf. Ziel des Vorhabens ist es, überschüssige Rechenkapazitäten aus den unternehmenseigenen Rechenzentren an externe Firmen zu vermieten. Das Dienstleistungsangebot soll zwei primäre Säulen umfassen. Zum einen plant der Konzern, Kunden den Zugriff auf KI-Modelle zu verkaufen, die direkt auf der Infrastruktur von Meta ausgeführt werden. Zum anderen soll sogenannte rohe Rechenleistung bereitgestellt werden. Damit können externe Unternehmen eigene KI-Modelle auf der Hardware von Meta trainieren. Mit diesem Schritt tritt der Mutterkonzern in den direkten Wettbewerb mit etablierten Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud.
Hohe Investitionen in die Infrastruktur bei Meta
Die Entwicklung des neuen Geschäftszweigs wird von der internen Initiative Meta Compute vorangetrieben. Diese spezialisierte Abteilung wurde im Januar 2026 gegründet, um den Aufbau und den Betrieb der KI-Infrastruktur des Konzerns zu koordinieren. Die Führung der Initiative liegt laut Branchenberichten bei Santosh Janardhan, dem Leiter der Infrastrukturabteilung von Meta, sowie Daniel Gross aus der KI-Abteilung des Unternehmens. Die Kommerzialisierung der Rechenleistung soll dazu beitragen, die Kosten für den Ausbau der Hardware zu refinanzieren. Meta hat sich im Rahmen seiner Pläne dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2028 rund 600 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten zu investieren. Zudem hat das Unternehmen kostenintensive Neueinstellungen vorgenommen, um ein spezialisiertes KI-Team aufzubauen.
Strategischer Wandel im Cloud-Markt
Konzernchef Mark Zuckerberg hatte bereits im Mai 2026 öffentlich signalisiert, dass der Verkauf von überschüssiger Rechenleistung oder die Bereitstellung eines KI-Dienstes eine Option für das Unternehmen darstellt. Nach der Bekanntmachung der aktuellen Pläne reagierte der Aktienmarkt positiv, und die Papiere von Meta verzeichneten im Handel Kursgewinne von bis zu 9 Prozent. Bisher war Meta im Vergleich zu seinen Hauptkonkurrenten Alphabet, Amazon und Microsoft der einzige große Technologiekonzern ohne ein eigenes kommerzielles Cloud-Geschäft. Durch den Einstieg in den Markt positioniert sich das Unternehmen nun auch als Anbieter für Rechenkapazitäten und tritt in Konkurrenz zu Unternehmen wie SpaceX.
(red)