Die neue KI-Funktion Facilitator analysiert Microsoft-Teams-Besprechungen im Hintergrund und beantwortet unklare Fragen automatisch im Chat.
Microsoft führt eine neue, auf künstlicher Intelligenz basierende Funktion namens Facilitator für seine Kommunikationsplattform Teams ein. Das Werkzeug analysiert Gespräche während einer laufenden Standard-Besprechung in Echtzeit, um Wissenslücken oder ungeklärte Fragen der Teilnehmer zu erkennen. Stellt das System eine Unsicherheit fest, sucht es mittels Websuche nach passenden Informationen und gibt die Antwort automatisch im Besprechungschat aus. Ein akustisches Unterbrechen des Gesprächs findet nicht statt. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und muss von einem Nutzer mit einer Lizenz für Microsoft 365 Copilot Premium manuell gestartet werden. Andere Teilnehmer benötigen keine Premium-Lizenz, um die Antworten zu sehen.
Datenverarbeitung und Administrationsrechte
Für das Erkennen von Wissenslücken verarbeitet das System die Gesprächsinhalte in Echtzeit und speichert diese Daten. Microsoft bestätigte in den Richtlinien, dass die künstliche Intelligenz zur Interpretation des Kontextes eingesetzt wird. Keine Angaben macht das Unternehmen bisher dazu, ob diese Daten auch zum Training künftiger Modelle genutzt werden. IT-Administratoren können die Funktion auf Unternehmensebene vollständig deaktivieren. Zudem ist die Funktion an die Websuche von Copilot gekoppelt. Wenn diese gesperrt ist, generiert das Werkzeug keine Antworten. Teilnehmer können den Assistenten auch während einer laufenden Besprechung manuell entfernen. In einer offiziellen Mitteilung im Administrationsportal heißt es:
„Wir führen eine neue Microsoft Teams Facilitator-Funktion ein, die Wissenslücken während Besprechungen proaktiv erkennt und behebt.“
Microsoft
Einschränkungen und Zeitplan der Einführung in Microsoft Teams
Der Einsatz des Assistenten bleibt auf herkömmliche Teams-Besprechungen beschränkt. In direkten Anrufen, Webinaren oder virtuellen Betriebsversammlungen ist die Funktion nicht verfügbar. Externe Teilnehmer oder Nutzer aus anderen Organisationen können in den unterstützten Meetings ebenfalls auf die Antworten zugreifen. Nach Angaben des Herstellers erfolgt die Ausgabe von Antworten im Durchschnitt seltener als einmal pro Meeting. Die Einführung beginnt Anfang August 2026 für Nutzer im Vorabzugang. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für Ende August 2026 geplant. Parallel dazu arbeitet das Unternehmen an Leistungsproblemen der Teams-Anwendung, um den hohen Arbeitsspeicherbedarf durch Anpassungen der Prozessarchitektur und einen neuen Effizienzmodus zu reduzieren.
(red)