Scheinsicherheit adé

Ganzheitliches Security-Framework

Rund 80 Prozent aller Ransomware-Angriffe richten sich heute gegen kleine und mittlere Unternehmen (BSI Lagebericht 2025). Erstaunlich dabei ist, dass 91 Prozent dieser Unternehmen ihre IT-Security als ausreichend einschätzen. Diese Diskrepanz zwischen tatsächlichem Risiko und subjektivem Sicherheitsgefühl offenbart eine zentrale Herausforderung.

Einzelne Schutzmaßnahmen reichen nicht mehr aus, um Gefahren effektiv abzuwehren. Das zeigt auch ein Beispiel aus der Automobilzulieferindustrie: Trotz moderner Firewalls, Endpoint-Detection-Systemen, Penetrationstests und SAP-Berechtigungschecks kam es zu einem Produktionsstopp, ausgelöst durch Ransomware.

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Punktuelle Maßnahmen genügen nicht

Warum versagt das bisher verbreitete Sicherheitsdenken oft so gravierend? Die Antwort liegt im Zusammenspiel der Techniken und Prozesse: Ein Endpoint Detection & Response (EDR)-System erzeugt täglich tausende Alarme, deren vollständige Analyse häufig an fehlenden Ressourcen scheitert. Penetrationstests decken Schwachstellen auf, doch oft fehlen zeitnahe Korrekturen. Die Überwachung und das Monitoring von SAP-Anwendungen sind häufig unzureichend, während die größte Schwachstelle oft im Faktor Mensch liegt: Rund ein Drittel der Mitarbeitenden sind gegenüber Phishing-Attacken anfällig, ein Risiko, das regelmäßig unterschätzt wird, wenn es kein systematisches Awareness-Training gibt.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt diesen Befund eindringlich: KMU erfüllen durchschnittlich nur rund 56 Prozent der grundlegenden IT-Sicherheitsanforderungen. Dies zeigt deutlich, dass viele Unternehmen ihre Schutzlücken oft nicht einmal vollständig kennen.

Einzelne Schutzmaßnahmen reichen nicht mehr aus, um Gefahren effektiv abzuwehren.

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Patric Walldorf, Claranet GmbH

Sicherheitsrisiken frühzeitig erkennen

Was auf dem Papier wie technisches Detailwissen erscheint, hat handfeste Konsequenzen. Produktionsausfälle – etwa durch Ransomware – führen zu Umsatzverlusten, geschwächter Marktposition und im schlimmsten Fall zur Existenzgefährdung. Hinzu kommen laufende Veränderungen wie die anstehende SAP S/4HANA-Migration, die vorhandene Sicherheitslücken eins zu eins ins neue System übernehmen kann. Zusätzlich sorgt das NIS2-Gesetz ab Dezember 2025 für erhöhten Handlungsdruck: Rund 30.000 Unternehmen in Deutschland sind jetzt verpflichtet, umfassende IT-Sicherheitsstandards nachzuweisen. Die Konsequenzen bei Verstößen reichen von Bußgeldern in Millionenhöhe bis hin zur persönlichen Haftung von Geschäftsführungen.

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Das 3×3-Security-Framework

Im Mittelstand genügt es nicht mehr, isoliert einzelne Schutzmaßnahmen nebeneinander zu stellen. Das 3×3-Security-Framework bietet einen ganzheitlichen Ansatz, der bestehende Sicherheitsmaßnahmen zu einem konsistenten Schutzkonzept verknüpft. Dabei umfasst das Framework drei Disziplinen über drei kritische Geschäftsbereiche hinweg:

➤ Security Checks: Mit zielgerichteten Pentests, Phishing-Simulationen, SAP Security Checks und AI-Red-Teaming gewinnen Sie umfassende Transparenz über Ihre Schwachstellen.

➤ Security Management: Managed Firewall, effizientes Patch Management, kontinuierliche Awareness-Programme und Compliance-Reporting sorgen dafür, dass Sicherheitsstandards dauerhaft eingehalten werden.

➤ Security Monitoring: Lösungen wie SOC, EDR, MDR, XDR und Threat Detection für SAP-Systeme erkennen Bedrohungen in Echtzeit, so dass Sie schnell reagieren können.

Diese Disziplinen werden konsequent auf drei geschäftskritische Bereiche angewandt:

#1 Infrastruktur & Cloud: Netzwerke, On-Premises-Installationen und Public-Cloud-Umgebungen werden ganzheitlich abgesichert.

#2 Workplace: Endgeräte, Software-Code und KI-Systeme erhalten einen durchgängigen Schutz.

#3 SAP-Anwendungen: Berechtigungen, Transaktionen und Schnittstellen stehen im Fokus einer spezialisierten Sicherheitsstrategie.

Nur wenn diese Disziplinen tief in allen relevanten Bereichen verankert sind, entsteht ein geschlossener Schutzkreislauf. Ob Sie eine SAP-Umgebung betreiben oder nicht, das Framework bietet flexible Skalierbarkeit und passt sich Ihren individuellen Anforderungen an.

Claranet Framework
Das 3×3-Security-Framework strukturiert zentrale Security Services entlang der Sicherheitsdisziplinen und Geschäftsbereiche. (Quelle: Claranet GmbH)

Security Awareness

Ein Großteil erfolgreicher Cyberangriffe beginnt nicht mit einer technischen Schwachstelle, sondern mit menschlichem Fehlverhalten. Social Engineering und Phishing gehören weiterhin zu den effektivsten Angriffsvektoren. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden regelmäßig und praxisnah schulen, senken das Risiko spürbar. Vorausgesetzt, Awareness wird nicht als einmalige Maßnahme, sondern als kontinuierlicher Prozess verstanden.

Erfolgsfaktor Integration

Viele Unternehmen vertrauen auf Managed Security Service Provider (MSSP), die zwar Security Monitoring leisten, aber wenig Kenntnis über firmeninterne Systeme haben – mit Folgen wie Fehlalarmen und verzögerten Reaktionen. Managed Service Provider (MSP) wiederum kennen die Systeme, bieten jedoch oft keine Security Operations Center (SOC)-Leistungen an. Die Zukunft liegt in der intelligenten Kombination beider Welten: Integratives Management verbindet technisches Kontextwissen mit echtem Echtzeit-Detection, verbessert Incident-Management und nutzt Security-Daten effizient für automatisiertes Patch-Management.

Gerade in SAP-Systemen zahlt sich dieser integrierte Ansatz aus: Verdächtige Batch-Jobs, ungewöhnliche Netzwerkanomalien und seitliche Bewegungen im Netzwerk werden frühzeitig erkannt und Risiken damit nachhaltig reduziert. Das spart nicht nur Kosten, sondern schützt essenzielle Unternehmensprozesse.

Compliance als Basis moderner IT-Security

Compliance-Anforderungen sind heute das Ergebnis wirksamer Sicherheitsprozesse und treiben die Modernisierung von IT-Landschaften voran. Das NIS2-Gesetz fordert den Nachweis funktionierender Informationssicherheit, während die zunehmende Digitalisierung und Migration auf SAP S/4HANA die Komplexität in IT-Landschaften weiter erhöhen. Das 3×3-Security-Framework liefert hier den strategischen Ansatz, um aus Anforderungen echte Sicherheit zu machen – durch transparente Prozesse, kontinuierliche Überwachung und messbare Schutzmaßnahmen.

Fazit: Sicherheit aus einem Guss schaffen

Für mittelständische Unternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Sicherheitsmaßnahmen nicht länger als Insellösungen zu betrachten. Statt zahlreicher Einzeltools braucht es ein verbindendes Modell, das alle Ressourcen bündelt und Schutzlücken systematisch schließt. Das 3×3-Security-Framework überzeugt durch Skalierbarkeit, gezielten Fokus auf kritische Systeme – vor allem SAP – und messbare Programme wie kontinuierliche Awareness-Schulungen.

So schaffen Sie nachhaltigen Schutz vor Cyberbedrohungen, erfüllen regulatorische Anforderungen und sichern gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens – mit Sicherheit auf einem neuen Niveau.

Patric

Walldorf

Cyber Security Director

Claranet GmbH

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