70 Prozent haben Cyber-Vorfälle erlebt

Produktion in Gefahr? Warum OT-Security über Erfolg entscheidet

Cybersecurity, threat model

64 % der Industrieunternehmen kämpfen mit Stillstand. Ein neuer Report zeigt: Ohne moderne OT-Security scheitert nicht nur die Qualität, sondern auch der KI-Einsatz.

Operational Technology Security (OT-Security) fungiert nicht mehr nur als unterstützende Komponente der Digitalisierung, sondern hat sich zum kritischen Faktor für die Aufrechterhaltung der Produktionskontinuität und Produktqualität entwickelt. Ein aktueller Bericht von AMDT zeigt die technologische Abhängigkeit auf: 98 % der Industrieunternehmen verlassen sich heute auf zentrale OT-Systeme. Damit bilden Steuerungssysteme und Überwachungssoftware das unverzichtbare Fundament moderner Fertigungsprozesse.

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Auswirkungen von Systemausfällen auf den Geschäftsbetrieb

Die Vernetzung der Fabriken hat die Komplexität der Infrastrukturen erhöht. Laut den Untersuchungsergebnissen von AMDT sind Stillstandszeiten und betriebliche Unterbrechungen für 64 % der Organisationen eine Realität, die den Geschäftsbetrieb unmittelbar beeinträchtigt. Diese Instabilität schlägt sich direkt in den Bilanzen nieder: 46 % der Unternehmen berichten von finanziellen Verlusten und gestiegenen Betriebskosten infolge technischer Störungen.

Produktionszuverlässigkeit wird daher nicht mehr rein als ingenieurtechnische Herausforderung betrachtet. Sie hängt stattdessen maßgeblich vom Reifegrad der Cybersicherheit und einem strukturierten OT-Management ab. Der Bericht verdeutlicht, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Industriebetriebs untrennbar mit der Verfügbarkeit seiner digitalen Steuerungsebenen verknüpft ist.

Automatisierungsgrad des Asset-Managements

Ein wesentliches Hindernis für eine stabile Produktion bleibt die mangelnde Transparenz über die installierte Basis. Zwar haben 47 % der Unternehmen bereits ein vollständig automatisiertes Asset-Inventar implementiert, doch mehr als die Hälfte der Betriebe arbeitet noch mit hybriden Modellen. Diese kombinieren manuelle Erfassungen mit automatisierten Teilprozessen.

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Solche fragmentierten Ansätze führen zu „Blind Spots“ in der Infrastruktur. Fehlkonfigurationen, verspätete Reaktionen auf Anomalien und operative Fehler sind die Folge. Die Daten von AMDT bestätigen eine Korrelation: Umgebungen mit einem hohen Grad an Automatisierung im Asset-Management weisen signifikant weniger Unterbrechungen auf und verfügen über eine höhere operative Resilienz. Die verbleibenden 47 % der Unternehmen, die noch mit eingeschränkter Sichtbarkeit kämpfen, verzeichnen hingegen häufiger Leistungseinbußen.

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Interne Faktoren als Hauptursache für Instabilität

Ein zentrales Ergebnis der Studie revidiert die Wahrnehmung von Bedrohungsquellen. Während externe Cyberangriffe oft im Fokus der medialen Aufmerksamkeit stehen, werden Produktionsausfälle in der Praxis häufiger durch interne Faktoren ausgelöst. 57 % der Störungen lassen sich auf menschliche Fehler zurückführen, während 50 % der Probleme aus Herausforderungen bei der Interoperabilität von Systemen resultieren.

„Viele Organisationen setzen Stabilität mit Sicherheit gleich und gehen davon aus, dass die Risiken unter Kontrolle sind, solange die Produktion läuft. Unsere Daten zeigen jedoch, dass Stabilität ohne vollständige Sichtbarkeit der OT-Assets lediglich zugrunde liegende Schwachstellen maskiert.“

Michał Kraus, Vice-President of Marketing bei AMDT

Interne Diskrepanzen führen oft zu inkonsistenten Konfigurationen, verzögerten Updates und Prozessabweichungen. Unternehmen, die in kontinuierliches Monitoring investieren, erzielen messbare Verbesserungen bei der Betriebszeit und der allgemeinen Effizienz.

Qualitätssicherung durch Prozessstabilität

Neben der reinen Verfügbarkeit der Anlagen ist OT-Security ein entscheidender Faktor für die Produktqualität. Industrielle Störungen führen häufig zu Prozessabweichungen, die Defekte an den Endprodukten verursachen können. Ein strukturiertes Sicherheitsmanagement adressiert diese Risiken direkt.

Laut AMDT führen 98 % der befragten Organisationen regelmäßige Schwachstellenprüfungen durch, und fast die Hälfte setzt auf kontinuierliches Monitoring. Diese Praktiken stellen die Systemkonsistenz sicher und reduzieren die Variabilität in den Produktionsprozessen. Indem Fehlkonfigurationen verhindert werden, fungiert die OT-Security als Werkzeug zur Sicherstellung der Wiederholgenauigkeit und Qualität in der Fertigungsumgebung.

Sicherheit als Enabler für Skalierbarkeit und Innovation

In der Vergangenheit wurde Cybersicherheit oft als Innovationsbremse wahrgenommen, da zusätzliche Kontrollen und Compliance-Anforderungen Transformationsprojekte vermeintlich verlangsamten. Die Daten widersprechen diesem Mythos. Organisationen mit einem reifen OT-Security-Framework sind besser in der Lage, neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, das Industrial Internet of Things (IIoT) und Predictive Analytics zu integrieren.

Aktuell planen bis zu 88 % der Unternehmen den Einsatz dieser fortschrittlichen Technologien. Sicherheit schafft hier die notwendige Basis für die Skalierbarkeit, indem sie operationale Risiken minimiert. Wenn ein OT-Umfeld auf Transparenz und automatisierten Prozessen basiert, können Innovationen schneller und mit höherem Vertrauen in die Systemstabilität eingeführt werden. Ohne dieses Fundament erhöht jede technologische Neuerung das Risiko für den Gesamtbetrieb.

OT-Security als strategischer Geschäftsfaktor

Die Ergebnisse bestätigen einen strategischen Wandel in der Industrie. Mit 70 % der Organisationen, die bereits Cyber-Vorfälle erlebt haben, und einer Mehrheit, die mit wiederkehrenden operativen Störungen kämpft, ist der Bedarf an integriertem Sicherheits- und Betriebsmanagement so hoch wie nie zuvor.

OT-Security beschränkt sich nicht mehr auf den Schutz vor Angriffen; sie ist das Fundament für eine zuverlässige, effiziente und skalierbare industrielle Produktion. Unternehmen, die Sicherheit als kontinuierlichen, datengesteuerten Prozess behandeln, minimieren ihre Verluste und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend vernetzten globalen Marktumfeld.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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