OpenAI stellt mit GPT-5.4-Cyber eine speziell feinabgestimmte Modellvariante vor, die Sicherheitsexperten bei der Cyberabwehr unterstützen soll.
Das Unternehmen folgt damit einem Ansatz, den Konkurrent Anthropic bereits zuvor mit Claude Mythos und dem dazugehörigen Project Glasswing eingeführt hat: Zugang zu besonders leistungsfähigen Modellen zunächst nur für ausgewählte, verifizierte Sicherheitspartner.
Gestufter Zugang mit strengeren Auflagen
Der Zugang zum Programm ist gestuft. Einzelpersonen können sich unter chatgpt.com/cyber mit ihrer Identität verifizieren lassen, Unternehmen beantragen den Zugang über ihren OpenAI-Vertreter. Wer bereits im Trusted-Access-for-Cyber-Programm (TAC) ist und höherstufige Berechtigungen möchte, kann sich für den Zugang zu GPT-5.4-Cyber vormerken lassen.
Für das permissivere Modell gelten allerdings auch strengere Einschränkungen. Zero-Data-Retention, also der Betrieb ohne Datenspeicherung, ist für Nutzer von GPT-5.4-Cyber zunächst nicht verfügbar. OpenAI begründet das damit, dass bei weniger direkter Sichtbarkeit auf Nutzer und Nutzungskontext eine engere Kontrolle nötig sei.
Codex Security als flankierende Maßnahme
OpenAI betont außerdem den Fortschritt bei Codex Security, das seit dem Launch in der Forschungsvorschau nach eigenen Angaben zu mehr als 3.000 behobenen kritischen und schwerwiegenden Sicherheitslücken im Ökosystem beigetragen hat. Das Werkzeug überwacht Codebasen automatisch, validiert Probleme und schlägt Fixes vor.
Mit dem neuen Programm reagiert OpenAI auf eine seiner Kernthesen: KI-Modelle werden von Angreifern wie Verteidigern gleichzeitig genutzt: „Der zunehmende Einsatz von KI beschleunigt die Arbeit von Verteidigern und ermöglicht es ihnen, Probleme in der digitalen Infrastruktur schneller zu finden und zu beheben“, begründet OpenAI den Launch.