Zukunft der Arbeit

OpenAI empfiehlt Unternehmen die Vier-Tage-Woche

4 Tage Woche

Der ChatGPT-Entwickler legt ein Strategiepapier vor, das Unternehmen zu kürzeren Arbeitszeiten bei vollem Gehalt ermutigen soll.

OpenAI hat sich mit einem wirtschaftspolitischen Positionspapier zu Wort gemeldet. Darin skizziert der KI-Konzern, wie Gesellschaft und Wirtschaft sich auf eine Zukunft vorbereiten sollten, in der KI-Systeme immer leistungsfähiger werden. Zu den Empfehlungen gehört, dass Unternehmen die Vier-Tage-Woche als Pilotprojekt testen sollten, ohne dass Beschäftigte Gehaltseinbußen hinnehmen müssen.

Anzeige

Wenn die Maschine schneller arbeitet als der Mensch

OpenAI geht davon aus, dass KI-Systeme in absehbarer Zeit komplexe Projekte eigenständig bearbeiten können, die bislang menschliche Teams monatelang beschäftigen. Dieser Wandel werde “die Art verändern, wie Organisationen funktionieren, wie Wissen entsteht und wie Menschen Sinn und Chancen finden”, schreibt das Unternehmen in seinem Bericht.

Daraus leitet der Konzern ab, dass Firmen die Effizienzgewinne nicht einbehalten, sondern an ihre Belegschaften weitergeben sollten. Unternehmen sollten Anreize erhalten, “dauerhafte Verbesserungen bei den Leistungen für Beschäftigte” zu schaffen. Neben kürzeren Arbeitszeiten nennt das Papier auch höhere Rentenbeiträge, eine stärkere Übernahme von Gesundheitskosten und Zuschüsse zur Kinderbetreuung als mögliche Maßnahmen. Gleichzeitig empfiehlt OpenAI, gezielt in Berufe mit direktem Menschenkontakt zu investieren, etwa in Pflege, Bildung und Gesundheitswesen. OpenAIs Vorschläge richten sich in erster Linie an den US-amerikanischen Markt.

Kritik aus Cambridge

Gina Neff von der Universität Cambridge findet die Grundidee wenig originell. Dass Beschäftigte von technologischen Umbrüchen profitieren sollten, sei eine alte Forderung. Pikant sei allerdings, dass “OpenAI möchte, dass andere Unternehmen ihre Angestellten besser bezahlen und gleichzeitig für Abonnements von OpenAI-Diensten aufkommen”, so Neff gegenüber der BBC. Die Vorschläge seien nicht unrealistisch, bräuchten aber “einen kompletten Wandel der politischen Großwetterlage, um das Kräfteverhältnis zwischen Arbeit und Kapital so zu verschieben, wie OpenAI es fordert”.

Anzeige

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.