IT-Modernisierung ist heute weit mehr als ein technisches Upgrade und entscheidet darüber, wie innovationsfähig und wettbewerbsstark Unternehmen künftig sind. Wer Legacy Systeme strategisch transformiert, schafft die Basis für KI, Cloud und resiliente Geschäftsprozesse.
Veraltete IT-Systeme sind längst kein rein technisches Problem mehr – sie sind eine strategische Bremse. 62 Prozent der Unternehmen geben an, dass wichtige Teile ihrer IT die aktuellen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Gartner prognostiziert weltweite IT-Ausgaben von rund 5,61 Billionen US-Dollar für 2025 – ein Wachstum von 9,8 Prozent. Doch der entscheidende Unterschied liegt nicht im Budget, sondern in der Strategie: Wer modernisiert wie, wann und warum? Dieser Artikel zeigt alle relevanten Ansätze – vom Lift & Shift bis zur evolutionären Vor-Ort-Modernisierung – und liefert Analysten-Einschätzungen, eine Entscheidungsmatrix und konkrete Handlungsempfehlungen.
Warum IT-Modernisierung 2025 keine Option mehr ist
Die digitale Transformation hat ihre nächste Stufe gezündet: Generative KI, Cloud-native Architekturen und strengere Compliance-Anforderungen wie NIS2 und DSGVO setzen Unternehmen unter massiven Handlungsdruck. Wer seine IT-Landschaft nicht konsequent modernisiert, riskiert nicht nur technologische Rückständigkeit – er verliert auch im Wettbewerb.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Laut Gartner werden die weltweiten IT-Ausgaben 2025 auf rund 5,61 Billionen US-Dollar steigen – ein Wachstum von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Quelle: Gartner IT Spending Forecast, Januar 2025). Forrester schätzt in seinem „Global Tech Market Forecast 2024–2029″, dass Software und IT-Services kombiniert 66 Prozent der gesamten globalen Technologieausgaben 2025 ausmachen werden – angetrieben unter anderem durch die Modernisierung von Legacy-Systemen (Quelle: Forrester, Februar 2025).
Besonders alarmierend: Laut der Lünendonk-Studie „IT-Modernisierung zwischen Legacy, Cloud und KI” (2025) sagen 62 Prozent der Unternehmen, dass wichtige Teile ihrer IT die aktuellen und zukünftigen Anforderungen nicht mehr erfüllen. In Deutschland betreiben laut einer Slalom-Studie (August 2025) 61 Prozent der Unternehmen den Großteil ihrer Hauptgeschäftsanwendungen noch auf veralteten Plattformen. Nur 30 Prozent haben einen unternehmensweiten Auftrag zur Migration oder Abschaltung von Altsystemen und setzen diesen aktiv um.
Hinzu kommt der regulatorische Druck: NIS2 verpflichtet rund 30.000 Unternehmen in Deutschland zu verbindlichen Sicherheitsmaßnahmen, Meldepflichten und Risikomanagement – Anforderungen, die sich mit veralteter IT kaum erfüllen lassen. Wer Legacy-Systeme betreibt, ohne sie zu modernisieren, schafft damit nicht nur technische Schulden, sondern auch ein Compliance-Risiko mit persönlichen Haftungsfolgen für die Geschäftsführung.
IT-Modernisierung verstehen: Die Rolle von Software und Hardware
1. Software-Modernisierung: Von Legacy-Code zum Cloud-nativen Stack
Die Software-Seite der IT-Modernisierung ist komplex und vielschichtig. Jahrzehntelang gewachsene Anwendungslandschaften – oft auf Basis von COBOL, RPG oder proprietären Frameworks – bilden das Rückgrat geschäftskritischer Prozesse, sind aber gleichzeitig schwer wartbar, teuer im Betrieb und kaum skalierbar. Forrester weist darauf hin, dass weltweit rund 220 Milliarden Zeilen COBOL-Code im Einsatz sind und 95 Prozent der Geldautomaten-Transaktionen weiterhin auf COBOL basieren (Quelle: Forrester, zit. in SIG Finance Signals 2025).
Gleichzeitig wächst der Modernisierungsmarkt dynamisch: Das globale Legacy-Software-Modernisierungsmarkt wächst laut ResearchAndMarkets von 13,02 Milliarden US-Dollar (2024) auf 15,14 Milliarden (2025) – eine CAGR von 16,2 Prozent. Bis 2029 soll der Markt 27,3 Milliarden US-Dollar erreichen. Auch ERP-Systeme stehen im Zentrum dieser Transformation: Laut einer Boomi-Studie konzentrieren sich 63 Prozent der deutschen Unternehmen verstärkt auf die Modernisierung älterer ERP-Anwendungen sowie deren Migration in die Cloud – ein klares Signal, dass Software-Modernisierung keine punktuelle Maßnahme ist, sondern ein struktureller Prozess.
2. Hardware-Modernisierung: Vom Rechenzentrum zum KI-optimierten Edge
Auf der Hardware-Seite ist die Transformation ebenso tiefgreifend. Die Ausgaben für Rechenzentrumsinfrastruktur stiegen 2024 laut Gartner um fast 35 Prozent – getrieben durch den Aufbau von KI-Infrastruktur. Für 2025 prognostiziert Gartner weiteres Wachstum: Serververkäufe sollen von 134 Milliarden US-Dollar (2023) auf 257 Milliarden US-Dollar (2025) und perspektivisch 332 Milliarden US-Dollar bis 2028 steigen (Quelle: Gartner Newsroom, Oktober 2024).
Gartner prognostiziert zudem, dass KI-optimierte Server bis 2027 dreimal so viele Ausgaben auf sich vereinen werden wie traditionelle Server. Parallel dazu erwartet Gartner für 2025 ein Wachstum bei Endgeräteausgaben von 9,5 Prozent – hauptsächlich durch den Austausch der Homeoffice-Geräte aus der Welle 2020/21. Die Hardware-Modernisierung umfasst neben klassischen Server- und Netzwerk-Upgrades auch Edge Computing, hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) sowie energieeffiziente Computing-Konzepte, die Gartner in seinen Top-10-Technologietrends 2025 explizit hervorhebt (Quelle: Gartner Top 10 Strategic Technology Trends 2025).

Die wichtigsten Modernisierungsansätze im Überblick
Nicht jede Modernisierung muss gleich aussehen. Je nach Systemkritikalität, Datenlage, Compliance-Anforderungen und Budget gibt es unterschiedliche Wege. Die etablierten Ansätze lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen: den vollständigen Neuanfang (Big Bang / Rip-and-Replace) einerseits und die schrittweise, evolutionäre Modernisierung andererseits. Letztere gewinnt deutlich an Bedeutung.
1. Rehosting (Lift & Shift)
Beim Rehosting werden bestehende Anwendungen ohne größere Änderungen in eine neue Umgebung – meist die Cloud – verlagert. Der Vorteil: schnell und risikoarm. Der Nachteil: Veraltete Architekturprobleme werden nur in eine teurere Infrastruktur verschoben. Laut Kyndryl Mainframe Modernization Survey 2024 wählen rund 36 Prozent der Unternehmen diesen Ansatz, insbesondere für unkritische Anwendungen.
2. Replatforming
Beim Replatforming bleibt der Kern der Anwendung erhalten, wird aber für den Betrieb in der Cloud optimiert – etwa durch den Wechsel auf einen Managed Cloud Service. 74 Prozent der Unternehmen verfolgen diesen Ansatz (Blue Consult/Kyndryl 2024). Er gilt als praktikabler Mittelweg zwischen schneller Migration und tiefgreifender Transformation.
3. Refactoring / Re-Architecting
Beim Refactoring werden Anwendungen grundlegend neu strukturiert: Microservices, Container, CI/CD-Pipelines, Serverless Computing. 64 Prozent der Unternehmen gehen diesen Weg für strategisch wichtige Anwendungen (Blue Consult 2025). Der Aufwand ist hoch, der Nutzen aber nachhaltig. Für iterative Software-Modernisierung hat sich dabei die schrittweise Domänen-Extraktion bewährt: Statt das gesamte System auf einmal zu erneuern, werden unabhängige Teilbereiche nacheinander modernisiert – ein Ansatz, der Risiken deutlich reduziert.
4. Repurchasing
Die Ablösung durch Standardsoftware ist oft die kosteneffizienteste Option: ERP-Systeme, CRM-Plattformen oder branchenspezifische SaaS-Lösungen ersetzen hausgemachte Altsysteme. 72 Prozent der Unternehmen verfolgen laut Studie diesen Ansatz (Blue Consult/Kyndryl 2024). Besonders im Mittelstand empfiehlt sich dieses Vorgehen, da der Eigenaufwand für Entwicklung und Wartung entfällt.
5. Retain und Retire
Nicht jede Modernisierung muss sofort erfolgen. 55 Prozent der Unternehmen entscheiden sich für eine selektive Beibehaltung von Altsystemen mit gezielter Optimierung (Retain), während 42 Prozent veraltete, nicht mehr benötigte Systeme schlicht abschalten (Retire). Dieser pragmatische Ansatz hilft, Modernisierungsbudgets effizient zu priorisieren – denn wer zu viel auf einmal angeht, riskiert den Projekterfolg.
Modernisierung vor Ort: Schrittweise vorankommen ohne Betriebsunterbrechung
Ein Ansatz, der in der IT-Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnt, wird in der Fachliteratur als „In-Place Modernization” oder eben Modernisierung vor Ort bezeichnet. Er richtet sich an Unternehmen, die eine vollständige Systemablösung scheuen – aus gutem Grund: 74 Prozent aller Legacy-Modernisierungsprojekte werden laut einer Advanced-Studie (zit. in SIG Finance Signals 2025) nicht abgeschlossen. Der In-Place-Ansatz ist eine bewusste Gegenbewegung zur Rip-and-Replace-Mentalität.
Der Kerngedanke ist überzeugend: Modernisierung muss nicht zwingend mit einem vollständigen Neuanfang beginnen. Stattdessen lässt sie sich auf die individuellen Rahmenbedingungen eines Unternehmens zuschneiden – Zeitplan, Compliance-Anforderungen, Budget und Risikobereitschaft inklusive. In der Praxis sind dabei verschiedene Pfade etabliert, die sich je nach Ausgangslage kombinieren lassen:
- Hybrid-Cloud-Kopplung: Verbindung lokaler und Cloud-Umgebungen über eine zentrale Management-Schicht, die Transparenz und Kontrolle in beiden Welten sicherstellt.
- Selektive Workload-Migration: Unkritische oder ressourcenintensive Workloads wandern in die Public Cloud, sensible oder latenzempfindliche Prozesse verbleiben lokal – ein Modell, das sich mit den Ergebnissen des Nutanix Enterprise Cloud Index (ECI) 2024 deckt: 95 Prozent der Befragten migrierten im vergangenen Jahr Anwendungen zwischen Umgebungen, primär aus Sicherheits- und Innovationsgründen.
- Mainframe-Modernisierung für Cloud-Betrieb: Bestehende Mainframe-Anwendungen werden so angepasst, dass sie in privaten oder öffentlichen Cloud-Umgebungen lauffähig werden – ohne den Mainframe vollständig abzulösen.
- Mainframe-Evolution: Der bestehende Mainframe selbst wird weiterentwickelt, um Cloud-native Anwendungen und KI-Workloads innerhalb einer privaten Cloud-Umgebung zu unterstützen.
- Komponenten-Upgrade nach Bedarf: Einzelne Hardware- oder Software-Komponenten werden bedarfsgesteuert oder im Rahmen verfügbarer Budgets aufgerüstet – ein Ansatz besonders für den Mittelstand mit begrenzten Investitionsspielräumen.
- Entlastung des Mainframes: Anwendungen mit niedriger Priorität oder hohem Ressourcenbedarf werden aus dem Mainframe in eine Public Cloud ausgelagert, um Kapazität freizusetzen und die Flexibilität der Gesamtarchitektur zu erhöhen.
Was diesen Ansatz von klassischen Migrationsstrategien unterscheidet, ist sein Selbstverständnis: Eine hybride Modernisierungsstrategie ist keine Übergangsphase und kein Kompromiss auf dem Weg zu einer „reinen” Cloud-Architektur. Sie kann eine dauerhafte strategische Entscheidung sein. Unternehmen, die diesen Weg gehen, steuern in eine Zukunft, in der Innovationen schneller voranschreiten, Datenerkenntnisse leichter zugänglich sind und geschäftskritische Systeme widerstandsfähig und sicher bleiben.
Einen wichtigen Rahmen für die Vor-Ort-Modernisierung liefert dabei das Thema Compliance: NIS2, EU AI Act und Cyber Resilience Act verlangen kontinuierliche Prozesse, laufende Dokumentation und eine enge Verzahnung zwischen IT-Betrieb und Governance. Das lässt sich mit einem evolutionären In-Place-Ansatz oft besser umsetzen als mit einem disruptiven Komplettaustausch, der über Monate hinweg Transparenz und Kontrollierbarkeit einschränkt.
Entscheidungsmatrix: Welcher Modernisierungsansatz passt wann?
Die folgende Matrix hilft CIOs und IT-Entscheidern, den passenden Ansatz anhand ihrer konkreten Ausgangssituation zu wählen. Maßgebliche Kriterien sind Risikobereitschaft, verfügbares Budget, Zeitdruck und Compliance-Anforderungen:
| Ansatz | Risikobereitschaft | Budget | Zeitdruck | Compliance-Relevanz | Ideal für |
| Rehosting (Lift & Shift) | Niedrig | Gering | Hoch – schnelle Umsetzung | Mittel | Unkritische Systeme, schnelle Cloud-Migration |
| Replatforming | Mittel | Mittel | Mittel | Mittel–Hoch | Anwendungen mit Optimierungspotenzial |
| Refactoring | Hoch | Hoch | Niedrig – langfristig | Hoch | Strategisch kritische Kernanwendungen |
| Repurchasing | Mittel | Mittel | Mittel | Hoch (SaaS-Zertifizierung) | Mittelstand, Standardprozesse |
| In-Place / Hybrid-Cloud | Niedrig–Mittel | Flexibel | Hoch – sofort umsetzbar | Sehr hoch (KRITIS, NIS2) | Kritische Systeme, regulierte Branchen |
| Retain / Retire | Sehr niedrig | Sehr gering | Niedrig | Niedrig–Mittel | Nebensysteme, End-of-Life-Kandidaten |
Tabelle 1: Entscheidungsmatrix IT-Modernisierungsstrategien. Quellen: Blue Consult/Kyndryl 2024, Lünendonk 2025, eigene Redaktionseinschätzung it-daily.net

KI als Beschleuniger der IT-Modernisierung
Generative KI verändert auch die Art, wie Modernisierungsprojekte durchgeführt werden. Laut Lünendonk-Studie 2025 erwarten 74 Prozent der Unternehmen, dass KI künftig Sicherheitslücken in Altsystemen aufdecken und zumindest teilweise selbstständig beheben kann. 69 Prozent erhoffen sich ein besseres Verständnis der Programmier- und Code-Strukturen in Legacy-Systemen – ein kritischer Engpass, da Dokumentation häufig fehlt.
In der Praxis bleibt die KI-gestützte Modernisierung noch im Aufbau: Nur 8 Prozent der Unternehmen verfügen über fortgeschrittene Ansätze zur automatisierten Codeanalyse mittels KI (Lünendonk 2025). Dennoch nutzen 73 Prozent KI bereits zur Unterstützung der Datenmigration. Gartner sieht in Agentic AI einen der bedeutendsten Technologietrends 2025: Autonome KI-Systeme werden bis 2028 bei mindestens 15 Prozent der täglichen Arbeitsentscheidungen eingesetzt sein – was auch die IT-Modernisierung selbst transformieren wird: von manuellen Migrations-Sprints hin zu KI-gestützten, kontinuierlichen Optimierungsprozessen (Quelle: Gartner Top 10 Strategic Technology Trends 2025).
Herausforderungen und Risiken der IT-Modernisierung
Trotz des klaren Handlungsdrucks scheitern viele Modernisierungsprojekte. Laut einer Advanced-Studie scheitern 74 Prozent der Organisationen daran, ihre Legacy-Modernisierungsprojekte abzuschließen (Quelle: SIG Finance Signals 2025). Die Hauptgründe:
- Komplexität: Über Jahre gewachsene Systemlandschaften mit undokumentierten Abhängigkeiten, oft ohne aktuelles Inventory.
- Budget-Bindung: Legacy-Betrieb bindet häufig 60–80 % des IT-Budgets und lässt wenig Spielraum für Innovation (Quelle: Pragmatic Coders 2025). Laut Boomi-Studie hat sich dieser Wert für deutsche Unternehmen zuletzt auf rund 34 % reduziert – aber noch nicht für alle.
- Fachkräftemangel: 60 % der Unternehmen mit COBOL-Einsatz sagen, das Finden geeigneter Entwickler sei ihre größte Herausforderung (Quelle: Pragmatic Coders 2025).
- Betriebsunterbrechungen: Das Risiko, den laufenden Betrieb während der Migration zu gefährden, ist für viele CIOs die größte Hürde – ein Argument, das explizit für den In-Place-Modernisierungsansatz spricht.
- Compliance und Datenschutz: DSGVO, NIS2 und branchenspezifische Regularien beeinflussen 92 Prozent der Modernisierungsentscheidungen (Kyndryl 2024). Wer modernisiert, muss die Compliance-Architektur von Anfang an mitdenken.
- Hybrid-IT-Komplexität: Die Verwaltung gemischter On-Premises- und Cloud-Umgebungen erfordert neue Tools für zentrales IT Asset Management (ITAM) und kontinuierliche Inventarisierung – ohne diese Basis sind hybride Infrastrukturen nicht zuverlässig steuerbar.
Best Practices: Der Weg zur erfolgreichen IT-Modernisierung
Erfolgreiche Modernisierungsprojekte teilen gemeinsame Merkmale. Die Lünendonk-Studie und Praxiserfahrungen aus Unternehmen zeigen: Ein evolutionärer Ansatz ist einem „Big Bang” klar überlegen. Nur 13 Prozent der Unternehmen streben eine vollständige Modernisierung in einem Schritt an – zu Recht, denn dieser Ansatz trägt die höchsten Risiken.
Bewährt hat sich folgendes Vorgehen: Zunächst eine fundierte Bestandsaufnahme der gesamten Anwendungslandschaft inklusive Abhängigkeitsanalyse und Risikobewertung. Dann eine klare Priorisierung nach Business-Wert und technischem Risiko, gefolgt von der Auswahl der passenden Strategie für jede Systemkomponente. Dabei gilt: Schnelle Erfolge mit nicht-kritischen Systemen schaffen Vertrauen und Budget für die nächste Phase.
Change Management spielt eine ebenso entscheidende Rolle wie die technische Umsetzung. Für den Wandel braucht es gezieltes Change-Management und den Aufbau neuer Kompetenzen in Bereichen wie Cloud, KI und DevOps. Die IT entwickelt sich damit zum zentralen Innovationstreiber. Wichtig für hybride IT-Strategien ist dabei die Flexibilität: Laut Nutanix Enterprise Cloud Index 2024 priorisieren 80 Prozent der Befragten Investitionen in IT-Modernisierung, 85 Prozent steigern ihre Investitionen zur Unterstützung von KI-Initiativen. Die hybride Multi-Cloud entwickelt sich zum bevorzugten Infrastrukturstandard.
Ausblick: IT-Modernisierung als strategischer Imperativ
Die Signale für eine Intensivierung der IT-Modernisierung sind eindeutig: 83 Prozent der Unternehmen planen laut Lünendonk 2025, ihr IT-Modernisierungsbudget 2026 zu erhöhen – fast jedes vierte davon um mehr als fünf Prozent. Der Markt für Legacy-Software-Modernisierung wird laut ResearchAndMarkets bis 2029 auf 27,3 Milliarden US-Dollar wachsen (CAGR 15,9 %).
Forrester-Analyst Michael O’Grady formuliert die Herausforderung präzise: Unternehmen, die Modernisierungsinvestitionen priorisieren, werden nicht nur ihre Wettbewerbsposition stärken, sondern auch nachhaltiges Wachstum erzielen – vorausgesetzt, sie balancieren schnelle Technologieinvestitionen mit der kontinuierlichen Reduktion technischer Schulden (Quelle: Forrester Global Tech Market Forecast, Februar 2025).
Auf der Hardware-Seite werden KI-optimierte Infrastrukturen zum neuen Standard. Gartner sagt voraus, dass nach 2028 kaum noch ein Gerät ohne KI-Optimierung gekauft werden kann. Bis dahin müssen Unternehmen ihre Geräteparks, Netzwerkinfrastruktur und Rechenzentren strategisch weiterentwickeln – nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlichen Prozess. IT-Modernisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber es ist ein Marathon, der jetzt gestartet werden muss.
Q&A: Die häufigsten Fragen zur IT-Modernisierung
Was ist IT-Modernisierung und warum ist sie wichtig?
IT-Modernisierung umfasst den geplanten Prozess, veraltete Software- und Hardware-Systeme durch zeitgemäße, leistungsfähigere Lösungen zu ersetzen oder zu optimieren. Sie ist wichtig, weil Legacy-Systeme hohe Betriebskosten verursachen, Sicherheitslücken aufweisen, Compliance-Anforderungen wie NIS2 gefährden und die Einführung moderner Technologien wie KI oder Cloud-Dienste blockieren.
Was bedeutet „Modernisierung vor Ort” und für wen eignet sie sich?
Die Modernisierung vor Ort (In-Place Modernization) ist ein schrittweiser, anpassungsfähiger Ansatz, der Unternehmen ermöglicht, in überschaubaren Schritten zu modernisieren – ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Sie eignet sich besonders für Unternehmen mit kritischen Systemen, hohen Compliance-Anforderungen oder begrenztem Budget, die eine Rip-and-Replace-Strategie scheuen.
Was ist der Unterschied zwischen Rehosting, Replatforming und Refactoring?
Beim Rehosting (Lift & Shift) wird eine Anwendung ohne Änderungen in die Cloud verschoben. Beim Replatforming wird sie für die Cloud optimiert, ohne den Kern zu verändern. Beim Refactoring wird sie grundlegend neu architekturiert für maximale Cloud-native Vorteile – der aufwändigste, aber nachhaltigste Ansatz.
Wie viel kostet IT-Modernisierung?
Die Kosten variieren stark nach Umfang und Ansatz. Entscheidend ist oft, was Nicht-Modernisierung kostet: Legacy-Wartung kann bis zu 80 Prozent des IT-Budgets binden (Pragmatic Coders 2025). Modernisierungsprojekte amortisieren sich typischerweise durch Effizienzgewinne, geringere Betriebskosten und neue Geschäftsmöglichkeiten.
Ist Hybrid-Cloud eine dauerhafte Lösung oder nur eine Übergangsstrategie?
Hybrid-Cloud ist eine vollwertige, dauerhafte strategische Entscheidung – keine Übergangsphase. Laut Nutanix Enterprise Cloud Index 2024 entwickelt sich die hybride Multi-Cloud zum bevorzugten Infrastrukturstandard, da sie Flexibilität für traditionelle virtuelle Maschinen ebenso bietet wie für moderne Container-Anwendungen und deren Migration zwischen Umgebungen.
Wie hängen NIS2 und IT-Modernisierung zusammen?
NIS2 erzwingt de facto IT-Modernisierung: Die Richtlinie verlangt verbindliche Sicherheitsmaßnahmen, Meldepflichten und Risikomanagement – Anforderungen, die mit veralteten, undokumentierten Legacy-Systemen kaum erfüllbar sind. 92 Prozent der Modernisierungsentscheidungen werden von Regularien wie NIS2 beeinflusst (Kyndryl 2024).