Weil Rechenzentren den globalen Speichermarkt leerkaufen, setzt Sony den Vertrieb von SD- und CFexpress-Karten aus.
Seit dem 27. März nimmt Sony Japan keine Bestellungen mehr für Speicherkarten an, weder von Händlern noch von Endkunden im eigenen Store. Das gab das Unternehmen auf seiner Homepage bekannt. Die Maßnahme betrifft das komplette Sortiment: von der einfachen V30-SD-Karte bis zur professionellen CFexpress-Typ-A-Karte mit knapp 2 Terabyte.
Was dahintersteckt
Der Speicherkartenmarkt steckt in einer handfesten Krise. Die Preise für gängige Modelle, nicht nur von Sony, sondern auch von Herstellern wie Sandisk, haben sich zuletzt verdreifacht. Die Ursache ist strukturell: NAND-Flash und DRAM werden in enormen Mengen für KI-Rechenzentren benötigt. Was die großen Cloud-Anbieter an Speicherchips aufkaufen, fehlt anschließend in der Lieferkette für Consumer-Produkte wie eben Speicherkarten.
Sony selbst spricht von einem globalen Halbleitermangel im Bereich Speicher und davon, dass die Nachfrage auf absehbare Zeit nicht gedeckt werden könne. Wann Bestellungen wieder möglich sein werden, lässt das Unternehmen offen.
Kein japanisches Problem
Die Sperre gilt bislang nur für den japanischen Markt. Trotzdem lässt sich der Schritt kaum isoliert betrachten. Wenn ein Hersteller wie Sony sein gesamtes Programm auf Eis legt, spricht das für ein tiefgreifendes Versorgungsproblem. Andere Hersteller dürften mit denselben Engpässen kämpfen.
Für Fotografen und Videografen ist die Lage unangenehm: Speicherkarten gehören zum Verbrauchsmaterial, und wenn sowohl Preise als auch Verfügbarkeit zum Problem werden, trifft das den Arbeitsalltag direkt.