Speichermarkt im Höhenrausch

Historischer Preisanstieg bei DRAM und NAND Flash erwartet

DRAM
Bildquelle: Remus Rigo/Shutterstock.com

Die Preise für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher könnten im ersten Quartal 2026 ein historisches Hoch erreichen. Herkömmlicher DRAM wird voraussichtlich um bis zu 95 Prozent teurer, NAND Flash um bis zu 60 Prozent.

Das taiwanische Marktforschungsunternehmen TrendForce hat seine Preisprognosen für den Speichermarkt im ersten Quartal 2026 massiv nach oben korrigiert. Die anhaltend hohe KI- und Rechenzentrumsnachfrage verschärft das globale Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage weiter und stärkt damit die Preissetzungsmacht der Hersteller erheblich.

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DRAM: Preissprünge von bis zu 100 Prozent

Besonders dramatisch fällt die Prognose für herkömmlichen DRAM aus: Statt der ursprünglich geschätzten 55 bis 60 Prozent rechnet TrendForce nun mit Preissteigerungen von 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Weitere Anpassungen nach oben seien nicht ausgeschlossen.

Den stärksten Preisanstieg verzeichnet PC-DRAM. Die PC-Auslieferungen im vierten Quartal 2025 übertrafen die Erwartungen deutlich und führten zu einem flächendeckenden Mangel. Selbst große PC-Hersteller mit gesicherten Kontingenten kämpfen mit sinkenden Lagerbeständen. TrendForce prognostiziert Preissteigerungen von über 100 Prozent, ein neuer Rekord.

RAM und NAND Flash Preise


Im Server-Segment sieht es kaum besser aus. Große Cloud-Service-Provider und Server-OEMs in Nordamerika und China verhandeln seit Januar über langfristige Jahresverträge. Der harte Wettbewerb um begrenzte Kapazitäten dürfte Server-DRAM um rund 90 Prozent verteuern, ebenfalls ein historischer Höchstwert.

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Auch Mobile-DRAM bleibt nicht verschont: Für LPDDR4X und LPDDR5X erwartet TrendForce Anstiege um etwa 90 Prozent. US-Smartphone-Hersteller haben ihre Verträge bereits Ende 2025 unter Dach und Fach gebracht, chinesische Anbieter befinden sich derzeit noch in Verhandlungen.

NAND Flash: Enterprise-SSDs werden drastisch teurer

Im NAND-Flash-Segment verschärft sich die Lage zusätzlich. Weil DRAM höhere Margen verspricht, widmen Hersteller zunehmend Produktionskapazitäten um. Die Bestellmengen für das erste Quartal übersteigen die Fertigungskapazitäten bereits deutlich. Kurzfristig lässt sich diese Knappheit laut TrendForce nur durch schrittweise Prozessverbesserungen abmildern.

Besonders stark betroffen sind Enterprise-SSDs: Die Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für KI-Inferenz-Anwendungen übertrifft die ursprünglichen Erwartungen bei weitem. Führende nordamerikanische Cloud-Provider stocken seit Ende 2025 massiv auf. Das Ergebnis: Preissteigerungen von 53 bis 58 Prozent bei Enterprise-SSDs, auch dies ein neuer Quartalsrekord.

Bei Consumer-NAND-Flash rechnet TrendForce mit Anstiegen von 55 bis 60 Prozent statt der ursprünglich prognostizierten 33 bis 38 Prozent.

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Hersteller vor schwieriger Aufgabe

Die Speicherhersteller stehen vor einer Gratwanderung: Sie müssen ihre begrenzten Kapazitäten strategisch verteilen, die tatsächliche Nachfrage bewerten und gleichzeitig verschiedene strategische Großkunden bei Laune halten. In einem Verkäufermarkt, der alle bisherigen Rekorde bricht, keine leichte Aufgabe.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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