Vera Rubin Space Module

Nvidia will KI-Chips ins All schicken

Weltraum
Bildquelle: Nvidia

Auf der GTC hat Nvidia ein GPU-Modul für den Weltraum vorgestellt. Der Fokus liegt auf Satellitendaten, nicht auf Chatbots.

Dass Rechenzentren eines Tages im Orbit schweben könnten, ist längst keine reine Fantasie mehr. Nvidia positioniert sich jetzt mit eigener Hardware in diesem Feld. Das Unternehmen hat auf seiner Entwicklerkonferenz GTC das sogenannte Vera Rubin Space Module angekündigt, ein Rechenmodul auf Basis der aktuellen Rubin-Architektur, das speziell für den Betrieb im Weltraum ausgelegt ist.

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Satellitenbilder statt Chatbot-Anfragen

Im Vergleich zur mittlerweile vier Jahre alten H100 verspricht Nvidia eine bis zu 25-fache Leistungssteigerung. Wer jetzt allerdings an KI-Assistenten denkt, die aus dem Orbit antworten, liegt falsch. Nvidia beschreibt den Einsatzzweck klar als Verarbeitung von Sensordaten direkt im All. Satellitenbilder in hoher Auflösung könnten so an Bord analysiert werden, statt erst zur Erde gesendet werden zu müssen.

Huang bremst die Euphorie

Während SpaceX-Chef Elon Musk orbitale Rechenzentren als baldige Konkurrenz zu irdischen Serverfarmen sieht und bereits die Genehmigung für bis zu eine Million Satelliten beantragt hat, gibt sich Nvidias CEO nüchterner. “Die Wirtschaftlichkeit ist heute schlecht, aber sie wird sich mit der Zeit verbessern”, sagte Huang bei einer Analystenkonferenz im vergangenen Monat. GPUs im All könnten aber bei bestimmten Aufgaben ihre Stärken ausspielen, etwa bei hochauflösenden Satellitenaufnahmen. Die Kühlung der Chips im Vakuum nannte er als eine der zentralen Herausforderungen, die noch zu lösen seien. Einen Zeitplan für die Markteinführung des Moduls nannte Nvidia nicht. Das Projekt wirkt eher wie ein strategischer Anfang als wie ein fertiges Produkt.

Erst vor zwei Monaten hatte auch der AWS-Chef Matt Garman Rechenzentren im Weltraum als unrealistisch bezeichnet.

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Partner aus der Raumfahrtbranche

Nvidia entwickelt das Modul gemeinsam mit mehreren Unternehmen, darunter Axiom Space, Planet Labs und das Startup StarCloud. Letzteres hat bereits im November 2025 eine H100-GPU per Testsatellit in den Orbit gebracht und dort erfolgreich KI-Modelle betrieben. StarCloud plant eigenen Angaben zufolge den Start von bis zu 88.000 Satelliten.

Dass Nvidia das Thema nicht nur als Experiment betrachtet, lässt auch eine kürzlich veröffentlichte Stellenanzeige vermuten: Das Unternehmen sucht einen Systemarchitekten für orbitale Rechenzentren.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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