Baugenehmigung

Neues Rechenzentrum: Rosbach rückt ins digitale Zentrum der Region

rechenzentrum
Bildquelle: firstcolo

Rosbach vor der Höhe steht vor einem bedeutenden infrastrukturellen Schritt. Mit dem Startschuss für den Bau eines neuen Rechenzentrums nimmt die Stadt Kurs auf eine zentrale Rolle innerhalb der digitalen Wertschöpfungskette.

Ende Januar wurde im Rathaus offiziell die Baugenehmigung an den Betreiber firstcolo aus Frankfurt am Main übergeben – ein formaler Akt mit großer Tragweite für Stadt und Region.

Anzeige

Auf einem rund 11.500 Quadratmeter großen Grundstück soll in den kommenden Jahren ein mehrstöckiges Hochleistungsrechenzentrum entstehen. Geplant ist eine Gesamtfläche von etwa 18.000 Quadratmetern bei einer elektrischen Leistung von bis zu 24 Megawatt. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 250 Millionen Euro und macht das Vorhaben zum bislang größten Bauprojekt in der Umgebung.

Ausgelegt auf KI und moderne Workloads

Der neue Standort ist konsequent auf rechenintensive Anwendungen ausgerichtet, insbesondere auf KI-gestützte Szenarien. Vorgesehen sind flexibel nutzbare IT-Flächen, vom einzelnen Serverschrank bis zu kundenspezifischen Einheiten. Eine carrier-neutrale Anbindung sowie mehrfach redundante Glasfaserverbindungen sollen hohe Ausfallsicherheit und internationale Erreichbarkeit gewährleisten.

Ein wesentlicher Fokus liegt auf Energieeffizienz. Das Rechenzentrum soll vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden und besonders niedrige Effizienzkennzahlen erreichen. Ergänzt wird das Konzept durch moderne Kühlsysteme und die gezielte Nutzung der entstehenden Abwärme. Diese soll der Stadt Rosbach für einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten kostenfrei zur Verfügung stehen, etwa für ein lokales Wärme- oder Fernwärmenetz.

Anzeige

Digitale Infrastruktur als Standortfaktor

Aus Sicht der Region stärkt das Projekt die Rolle des Wetteraukreises als Zukunftsstandort für digitale Schlüsseltechnologien. Rechenzentren gelten längst als grundlegende Infrastruktur – vergleichbar mit Verkehrs- oder Energieversorgung – und sind Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Neben der technischen Bedeutung verspricht das Vorhaben auch wirtschaftliche Effekte vor Ort. Erwartet werden neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze sowie langfristige Steuereinnahmen. Für die Stadt bedeutet das Projekt eine Stärkung ihrer Position im Wettbewerb um Fachkräfte und Investitionen.

Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Monaten anlaufen, die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen. Dann könnte Rosbach ein leistungsfähiges und zugleich nachhaltiges Rechenzentrum beherbergen, das Unternehmen weit über die Region hinaus digitale Kapazitäten bereitstellt.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.