Perfekte Tarnung

9.000 Asus-Router durch Botnet-Angriff kompromittiert

Eine neu entdeckte Malware-Kampagne namens "AyySSHush" hat Tausende von Asus-Routern kompromittiert. Die Angreifer nutzen legitime Router-Funktionen, um dauerhafte Hintertüren zu installieren, die selbst durch Firmware-Updates nicht entfernt werden können.

9.000 Asus-Router durch Botnet-Angriff kompromittiert
Bildquelle: Real_life_photo/Shutterstock.com

Die Sicherheitsforscher von GreyNoise entdeckten die groß angelegte Attacke im März 2025. Das Botnet kommt völlig ohne traditionelle Malware aus und nutzt stattdessen die vorhandenen Funktionen der Router-Firmware für seine Zwecke. Diese Taktik macht die Erkennung und Entfernung der Kompromittierung außergewöhnlich schwierig.

Ausgeklügelte Angriffsstrategie mit mehreren Stufen

Der Angriff beginnt mit klassischen Brute-Force-Attacken auf die Router-Anmeldung. Zusätzlich setzen die Cyberkriminellen auf bislang undokumentierte Authentifizierungsumgehungen, für die noch keine CVE-Kennungen vergeben wurden. Nach erfolgreichem Eindringen nutzen sie die bekannte Schwachstelle CVE-2023-39780 aus. Dabei handelt es sich um eine Command-Injection-Lücke, die es ermöglicht, beliebige Systembefehle auszuführen.

Der eigentliche Clou liegt jedoch in der Art, wie die Angreifer ihre Präsenz verfestigen: Sie aktivieren den SSH-Dienst auf einem ungewöhnlichen Port (TCP 53282) und hinterlegen ihren eigenen öffentlichen SSH-Schlüssel im System. Da diese Konfigurationsänderungen im nicht-flüchtigen Speicher (NVRAM) des Routers gespeichert werden, überstehen sie sowohl Neustarts als auch Firmware-Updates.

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Perfekte Tarnung durch deaktivierte Sicherheitsfunktionen

Um ihre Spuren zu verwischen, deaktivieren die Angreifer systematisch die Logging-Funktionen sowie Asus‘ AiProtection-Sicherheitsfeatures. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass die Kompromittierung über lange Zeiträume unentdeckt bleibt.

Nach Angaben von GreyNoise zeigt die Professionalität der eingesetzten Techniken eine langfristige Planung und tiefgreifende Kenntnisse der Router-Architektur. Die Internet-Scanning-Plattform Censys bestätigt, dass über 9.000 Asus-Router von der Kampagne betroffen sind.

Firmware-Update hilft nur bedingt

Asus hat mittlerweile ein Firmware-Update veröffentlicht, das sowohl CVE-2023-39780 als auch die undokumentierten Login-Umgehungen schließt. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine präventive Maßnahme: Bereits kompromittierte Router werden durch das Update nicht von der SSH-Hintertür befreit, da die schädlichen Konfigurationsänderungen im NVRAM verbleiben.

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Manuelle Bereinigung erforderlich

Betroffene Nutzer müssen zusätzliche Schritte unternehmen, um ihre Router vollständig zu säubern:

  • Überprüfung auf aktive SSH-Verbindungen auf TCP-Port 53282
  • Kontrolle der authorized_keys-Datei auf unbekannte Einträge
  • Blockierung der bekannten bösartigen IP-Adressen
  • Bei Verdacht auf Kompromittierung: Vollständiger Factory-Reset und Neukonfiguration
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