Wasabi/Vanson Bourne: EU-Anforderungen gestalten Cloud-Projekte komplexer

Studie sieht Public-Cloud-Storage vor dem Durchbruch

Vanson Bourne/Wasabi: 2024 sollen 43% aller weltweiten Storage-Kapazitäten in der Public-Cloud liegen. Projekte in der EU gestalten sich allerdings komplexer.

84 Prozent der von Vanson Bourne im Auftrag von Wasabi Technologies befragten Unternehmen planen in den kommenden zwölf Monaten mehr für Public-Cloud-Storage auszugeben. 2024 sollen dann 43 Prozent aller Storage-Kapazitäten in der Public-Cloud liegen.

Der von Wasabi Technologies bei Vanson Bourne in Auftrag gegebene, dreiteilige »2023 Global Cloud Storage Index« prognostiziert einen rasanten Anstieg bei den Ausgaben für Public-Cloud-Storage und dem Anteil an der gesamten Storage-Kapazität der Unternehmen, der in der Public Cloud liegt. »Unternehmen setzen voll auf Cloud-Speicher, wobei die durchschnittliche gespeicherte Kapazität in der öffentlichen Cloud bis 2024 voraussichtlich 43 Prozent ihres gesamten Speicherbedarfs erreichen wird, und die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) erhöht ihre Budgets, um dies zu erreichen«, fassen die Autoren des »2023 Global Cloud Storage Index« dessen zentrale Ergebnisse zusammen.

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Laut Andrew Smith, Senior Manager of Strategy and Market Intelligence bei Wasabi, »setzen Unternehmen mehrere Cloud-Speicheranbieter ein, um sowohl die Leistung als auch die Kosteneffizienz zu maximieren.« In dem Bericht wird aber auch deutlich, dass mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen die von ihnen budgetierten Ausgaben für Cloud-Speicher überschreiten und dass aufgrund unzureichender Schulung und Erfahrung mit Cloud-Speicher viele Firmen mit der Sicherheit zu kämpfen haben.

Grundsätzlich sehen die befragte Unternehmen Cloud-Storage jedoch gegenüber On-Premises-Storage im Vorteil. Bei einer von einem Cloud-Storage-Anbieter beauftragten Studie überrascht das vielleicht nicht wirklich. Interessant ist aber, wie deutlich das Votum für die Cloud inzwischen ausfällt. 2022 haben 89 Prozent der Unternehmen Daten von lokalen Speichern in die Public Cloud migriert. 84 Prozent aller Befragten erwarten, dass sich die Datenmenge, die sie in der Public Cloud speichern, im Laufe des Jahres 2023 erhöhen wird.

Als Gründe für die Migration von On-Premises in die Cloud werden vor allem die belastbarere Infrastruktur (42 Prozent), Skalierbarkeit (38 Prozent) und Zugriff auf globale Standorte (35 Prozent) genannt. 51 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie die Public-Cloud zur Unterstützung ihrer kritischen Geschäftsanwendungen wie Enterprise Resource Planning (ERP) und Customer Relationship Management (CRM) verwenden. Diejenigen, die die Public Cloud »nur« als Backup- und Archiv-Repository verwenden, sind dagegen inzwischen in der Minderheit (38 Prozent respektive 41 Prozent).

Aktuell ist der Großteil der IT-Infrastruktur noch On-Premises – aber den von Wasabi befragten zufolge, wird das gerade bei Storage nicht mehr lange so bleiben. (Grafik: Wasabi Technologies)
Aktuell ist der Großteil der IT-Infrastruktur noch On-Premises – aber den von Wasabi befragten zufolge, wird das gerade bei Storage nicht mehr lange so bleiben. (Grafik: Wasabi Technologies)

Die Situation in Europa

Soweit die weltweiten Trends. Der »2023 Global Cloud Storage Index« zeigt aber auch für Europa spezifische Entwicklungen auf. »EMEA ist ein unglaublich wichtiges Segment des gesamten Cloud-Storage-Marktes«, betont Smith. Allerdings habe die besonders Anforderungen an Sicherheit, Datentransport, Datenhoheit und Zugriffsmöglichkeiten. »Diese besonderen Anforderungen können Cloud-Infrastrukturentscheidungen und Migrationsinitiativen noch komplexer machen.«

Nichtsdestotrotz deuten die Umfragedaten darauf hin, dass auch Firmen in Europa bereit sind, stärker in Cloud-Speicher zu investieren. Den Umfrageergebnissen zufolge planen 83 Prozent der Befragten in Europa im kommenden Jahr mehr Daten in der Public-Cloud speichern, 81 Prozent sind sogar bereit, dafür auch mehr auszugeben. 2022 migrierten europaweit 87 Prozent der Firmen Daten in Cloud-Speicher. Etwas überraschend dürfte sein, dass dabei von Cloud-Zurückhaltung in Deutschland nichts zu spüren ist. Im Gegenteil: Hier lag der Wert mit 98 Prozent sogar am höchsten. Inwieweit das einem Nachholbedarf geschuldet ist, geht aus der Studie leider nicht hervor.

Allerdings sind deutsche Firmen – zusammen mit den Brexit-geplagten britischen – auch die, denen Compliance beim Schritt in die Cloud am meisten Sorgen macht. Allerdings ist die DSGVO inzwischen nur noch bei den Briten Sorgenbringer Nummer eins, in Deutschland haben ISO-Standards offenbar allmählich bewältigte die Datenschutz-Grundverordnung abgelöst. In Bezug auf Sicherheit sind bei den Befragten aus Deutschland Policies und Tools für Identity und Access Management im Storage-Umfeld derzeit besonders gefragt.

Während die an der Umfrage teilnehmenden Firmen weltweit 12 Prozent ihres gesamten IT-Budgets inzwischen für Cloud Storage ausgeben, sind es in der Region EMEA im Durschnitt sogar 14 Prozent. Die drei wesentlichen Faktoren, die die Budgets für Public-Cloud-Storage in den kommenden zwölf Monaten weiter ansteigen lassen, sind IT initiatives (51 Prozent), Business-Initiativen (47 Prozent) sowie neue Anforderungen an Security, Backup und Recovery (43 Prozent).

Was andere Studien prognostizieren

Auch wenn sich die Zahlen nicht direkt vergleichen lassen, bestätigen andere Marktforscher zumindest doch die wesentliche Tendenz der Wasabi-Umfrage. Auch sie attestieren dem Public-Cloud-Storage-Markt in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum. Die Analysten von Mordor Intelligence gehen für die fünf Jahre von 2023 bis 2028 von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des Marktes von knapp über 25 Prozent aus. Als wesentliche Anbieter sehen sie Google Cloud (Alphabet), Dell, AWS, Hewlett Packard Enterprise und Dropbox. Sie begründen den Zuwachs auch mit einer Schätzung des World Economic Forum, wonach 2025 weltweit 463 Exabyte an Daten erstellt werden – was  212.765.000 DVDs pro Tag entspreche.

Etwas zurückhaltender sind die Analysten von Technavio. Sie gehen in ihrer aktuellen Prognose, die den Zeitraum von 2022 bis 2027 abdeckt, aber auch von einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von fast 23 Prozent aus. Als treibende Kräfte sehen sie den Wunsch nach geringeren Kapital- und Betriebsausgaben (OPEX), wachsende Nachfrage nach praktisch unbegrenztem Speicher und Big Data sowie ein signifikantes Wachstum bei IoT und Big Data.

Obwohl gerade IoT bei Firmen jeder Größe eine wichtige Rolle spiele und viele neue Daten erzeuge, entfiel 2022 weit über die Hälfte des Cloud-Storage-Marktes auf Großunternehmen. Neben den von Mordor Intelligence bereits genannten Anbietern sieht Technavio unter anderem auch noch Cloudian, Egnyte, Fujitsu, IBM, Iron Mountain, Lumen Technologies, Microsoft und Quantum als wichtige Anbieter.

Weiterführende Links:

Peter Marwan, speicherguide.de
Peter Marwan, speicherguide.de

Peter Marwan

speicherguide.de -

Redaktion

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