Hochperformanter Flash-Objektspeicher

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Steigende Anforderungen machen auch vor Object-Storage nicht halt. Deswegen entwickeln Hersteller an schnelleren Modellen. Es stellt sich die Frage, ob diese Performance nur dem Einsatz von SSDs geschuldet sein wird, und bleiben diese Flash-Objektspeicher auch weiterhin erschwinglich.

Leserfrage: Einige Hersteller sind bestrebt, Objektspeicher zu beschleunigen. Gibt es hier spezielle Technologien oder wird die Geschwindigkeit schlicht durch den Einsatz von Flash-Medien erzeugt? Angeblich sei dies eine Anforderung von vielen Kunden. Wobei, bleiben Flash-Objektspeicher dann auch erschwinglich, denn, Object steht für günstig, Flash ja eher nicht.

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Antwort Doc Storage:

Vor einigen Jahren leistete Pure Storage bei der Einführung seines Flashblade-Systeme Pionierarbeit bei der schnellen Objektspeicherung. Geplant war, dass »Fast Object Storage« heute schon in der Mitte der DV angekommen sein sollte. Mehrere Anbieter sind mit dieser Technologie am Markt, allerdings hat sich die Ankunft im Mainstream etwas verzögert. Schieben wir das mal – wie alles in letzter Zeit – auf Corona.

Seitdem Filepool im letzten Jahrtausend bereits Objektspeicher vorgestellt hatte, werden diese Systeme mit Speichersystemen mittlerer, wenn nicht niedriger Leistung gekoppelt. Auch die Übernahme von Filepool durch den damaligen Riesen EMC 2001 machte das Ganze nicht besser, wie die alten Hasen noch von der damaligen Centera wissen.

Unzählige Startups stürzten sich im Laufe der 2000er auf die Idee der Objektspeicher, meist, um nur wenig später von den Großen gekauft zu werden. So hatten alle von Netapp bis IBM schließlich ihre »eigenen Objektspeicher. Erst damit wurde das Objekt neben Block und File zum dritten Fach im Köfferchen der Speicherverkäufer. Objekte, so sagte man, wären ideal, um unstrukturierte Daten zu speichern, welche nicht in die durchgehend strukturierte (Datenbank)welt der Blockspeicher oder die etwas weniger stark strukturierte Dateiwelt passten. Diese Eigenschaft wurde durch Skalierbarkeit, die Fähigkeit, mit variablen Blockgrößen umzugehen, und die Erweiterung durch Metadaten unterstützt.

Noch stehen Objektspeicher mit Flash am Anfang

Damalige Objektspeichersysteme verwendeten durchgehend langsame Plattenspeicher und skalierbare Rechenknoten. Jahrelang war Flash in dieser Welt ein Fremdwort, bis Pure vor sechs Jahren mit Flashblade versuchte, neue Leistungsregeln zu schreiben. Seitdem haben nur wenige Speicherhersteller, beispielsweise Netapp mit dem »StorageGRID«, auf All-Flash-Objektspeicher vorgestellt. Das hat aus Sicht der Hersteller auch gute Gründe. Festplatten sind immer noch erheblich preiswerter als Flash, und Objektspeicher erfordern normalerweise keine schnellen Zugriffe mit geringer Lieferzeit. Dies ändert sich allerdings gerade, angetrieben durch Anwendungen wie maschinelles Lernen, welches einen schnellen Zugriff auf unzählige Dateien voraussetzt.

Objektspeicher können nun aus verschiedenen Gründen für diese Art von Anwendungen verwendet werden. All-Flash-Hardware wird immer preiswerter, die Zugriffs- und Verwaltungssoftware wird immer besser und schneller, die S3-Schnittstelle sorgt für eine gewisse Standardisierung und die Ergänzung der Systeme durch einfache Dateizugriffsmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass das maschinelle Lernen auch an Edge-Computing-Standorten massiv vorangetrieben wird.

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Zukunft: Flash-Objektspeicher mit abgestimmter Software

Momentan gibt zwei Möglichkeiten, Objektspeicherung zu beschleunigen. Die eine besteht darin, Flash-Hardware mit einer darauf abgestimmten Software auszustatten, wie es beispielsweise Netapp oder Pure getan haben. Die andere besteht darin, verbesserte und beschleunigte Software zu verwenden, wie es Anbieter wie OpenIO oder MinIO tun. Andere wiederum kombinieren beide Ansätze, indem man Flash-Hardware mit einem ein neuen Software-Stack zusammenbringt, und lediglich Key-Value-Speicher anstatt eines vollständigen Objektspeichers verwendet.

Alle großen Anbieter von Objektspeichern werden früher oder später Flash-Objektspeicher mit abgestimmter Software entwickeln müssen. Sie mussten bereits in den letzten Jahren die Vorteile QLC-Flash zur Senkung der Kosten und die Fortschritte bei der Geschwindigkeit der Software miterleben. Nur die große blaue Mutter hält (noch) an Systemen mit hochkapazitiven Platten fest und verlässt sich (noch) auf die schiere Leistung von angeschlossenen Rechnern und deren Verbindungen. Aber wer weiß, wie lange noch, bis auch dort »High Performance Object Storage« »Flash« heißt…</p>

Gruß
Doc Storage

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