Digitale Innovationen: Misstrauen in Daten & deren Verwendung

Während für Unternehmen Daten das neue Öl werden sollen, sind Konsumenten hier eher kritisch. Einer Vmware-Umfrage zufolge sehen die Deutschen zwar Chancen in neuen Technologien und befürworten auch Investitionen.

Die Sicherheit ihres eigenen digitalen Fußabdrucks bereitet allerdings Sorge und mehr als die Hälfte ist unsicher, wer Zugang zu persönlichen Daten hat. Das Misstrauen in Daten gefährdet Fortschritt und Innovation resümiert die Studie. Mit Anmerkung der Redaktion.

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Mehr als die Hälfte (59%) der deutschen Konsumenten weiß nicht, wer Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat und wie sie verwendet werden (Grafik: Vmware). Mehr als die Hälfte (59%) der deutschen Konsumenten weiß nicht, wer Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat und wie sie verwendet werden. Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich Investitionen in digitale Fortschritte (63%). Gleichzeitig sind deutsche Konsumenten misstrauisch und wissen nicht wer Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat und wie diese verwendet werden (59%). Diese Diskrepanz könnten laut einer VMware– und YouGov-Studie den technologiegetriebenen Wandel in Deutschland gefährden.

33 Prozent der deutschen Befragten (47% der europäischen) räumen ein, dass die Einführung neuer Technologien unangenehm oder beängstigend sein kann, sind aber dennoch der Meinung, dass sie für die Verbesserung des Wohlergehens der Bürger und der Gesellschaft notwendig sind – ein Viertel hingegen ist anderer Meinung (16% in Europa).

»Die Studienergebnisse machen jedoch auch deutlich, dass Regierung und Industrie wichtige Schritte unternehmen müssen, damit Konsumenten auf die gemeinsame Nutzung von Daten vertrauen können, um die Möglichkeiten der Digitalisierung voranzutreiben«, analysiert Björn Brundert, Principal Technologist bei Vmware. »Fast die Hälfte (45%) der Bürgerinnen und Bürger macht sich zunehmend Sorgen um die Sicherheit ihres digitalen Fußabdrucks im Internet. Im europäischen Vergleich sind es mit 58 Prozent deutlich mehr. Dagegen sind mehr als die Hälfte, nämlich 57 Prozent (72% in Europa) besorgt über die Rolle von Technologie bei der Verbreitung von Fehlinformationen. 32 Prozent (48% in Europa) fürchten, dass Unternehmen tracken, was sie auf ihren Geräten tun. Darüber hinaus sind nur zwölf Prozent der deutschen Konsumenten (10% der Europäer) der Meinung, dass Unternehmen und Regierungen offen kommunizieren, welche Technologien sie verwenden und wie sie diese nutzen.

Es mangelt an Bewusstsein für Daten

»Wir sind an einem entscheidenden Punkt angelangt, an dem technologische Innovationen und digitale Erfahrungen unser Leben, unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unseren Planeten positiv beeinflussen können«, meint Brundert. »Aber es mangelt an Bewusstsein für die Art von Daten, die benötigt werden, um diesen Fortschritt voranzutreiben. Die Konsumenten sind misstrauisch. Die meisten Menschen erfahren aus den Nachrichten von Cyberattacken, Datenmissbrauch und Datenpannen, kaum aber von technologischem Fortschritt, den wir in der Medizin, mit autonomen Fahrzeugen, beim Einkaufen und in der Gesellschaft bereits erreicht haben.« Der Preis für den Fortschritt werde derzeit als zu hoch empfunden und die Konsumenten sind noch nicht bereit, die für den Wandel erforderlichen Daten zu teilen. Damit die Verbraucher dies akzeptieren, müssen sie wissen, was mit ihren Daten geschieht und darauf vertrauen, dass diese sicher sind und sensibel behandelt werden.

Laut Vmware-Umfrage hat das Misstrauen gegenüber Daten einen Punkt erreicht, an dem es das Potenzial der Technologie, Gutes zu bewirken, behindert. So haben 32 Prozent der befragten deutschen Konsumenten (im Vergleich zu 60% in Europa) Angst oder fühlen sich unwohl, wenn sie ihre persönlichen Alltagsdaten weitergeben, um Regierung und Unternehmen bei der Entwicklung einer intelligenteren und nachhaltigeren Infrastruktur zu helfen.

Und weniger als ein Fünftel (14%) ist begeistert von der Aussicht auf einen digitalen Schatten der Stadt, in der sie leben, der aber möglicherweise die Effizienz ihrer physischen Umgebung verbessern könnte, zum Beispiel, indem Verkehrsströme besser gelenkt werden können. Das heißt, ein virtuelles Abbild einer Stadt, welches auf kontinuierlichen Daten von Sensoren in der Umgebung eines Ortes basiert, um beispielsweise Dinge wie Luftqualität, Verkehr, Energieverbrauch in Gebäuden, Müllproduktion zu überwachen

»Nach Angaben der Europäischen Kommission könnte der Wert von Daten für die EU bis zum Jahr 2025 550 Milliarden Euro betragen«, erklärt Vmware-Manager Brundert. »Wir als Unternehmen und die Regierung müssen aktiv dazu beitragen, dass die Konsumenten bewusster mit Daten umgehen: Nur so können wir gemeinsam daran arbeiten, die digitale Wirtschaft anzukurbeln. Unser Ziel ist es, die Menschen zu inspirieren und aufzuklären, um eine technologiekompetente Gesellschaft zu fördern.«

Eine hochauflösende Infografik zur Vmware-Studie können Sie hier auf dem Pinterest-Kanal von speicherguide.de abrufen.

 
Anmerkung der Redaktion

Karl Fröhlich, Chefredakteur speicherguide.de und DatenschutzbeauftragterKarl FröhlichSpannend, 53 Prozent der deutschen Konsumenten glauben, dass Technologie zum digitalen Fortschritt Deutschlands beitragen kann, indem sie neue Arbeitsplätze schafft, und 63 Prozent wünschen sich Investitionen in technologische Innovationen, um unsere Welt nachhaltig zu beeinflussen. Gleichzeitig weiß mehr als die Hälfte (59%) nicht, wer Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat und wie sie verwendet werden.

Halten wir es den Leuten zugute, dass tatsächlich nicht immer ersichtlich ist, wer was mit unseren Daten treibt und auch vieles im Verborgenen passiert. Genau für diese Fälle wurde die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geschaffen und von der sind die Leute genervt. Einerseits ist es den Nutzern zu viel eine Checkbox anzuklicken oder ein Informationsblatt anzukreuzen und zu unterschreiben. Andererseits wäre man gerne besser informiert.

Sie erahnen, worauf ich hinaus möchte. Eventuell wäre etwas mehr Interesse der Betroffenen angebracht. Klar, auch die DSGVO sorgt nicht immer für absolute Klarheit, vor allem, wenn es sich um von Anwälten verbrochene Texte handelt. Ohne jemanden zu Nahe zu treten, aber das allgemeine Desinteresse ist schon erschreckend. Wie ich schon in meinem Beitrag zum 4-hährigen der DSGVO gefordert habe, wir benötigen eine viel, viel bessere Aufklärung und Kommunikation.

 

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