Deutsche verlieren die Geduld

Wunsch nach schnellerer Digitalisierung wächst

Digitalisierung

Die Erwartungen an die Digitalisierung in Deutschland steigen – und mit ihnen die Ungeduld vieler Bürgerinnen und Bürger.

Ob Behördengänge, Arbeitswelt oder digitale Dienstleistungen: Eine deutliche Mehrheit hat den Eindruck, dass die digitale Transformation hierzulande zu langsam voranschreitet. Das geht aus einer aktuellen Befragung hervor, die der Digitalverband Bitkom anlässlich des Digitaltags 2026 veröffentlicht hat.

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Mehrheit fordert mehr Tempo bei der digitalen Transformation

Laut der Erhebung wünschen sich 73 Prozent der Deutschen eine schnellere Digitalisierung. Fast die Hälfte der Befragten empfindet das aktuelle Tempo sogar als deutlich zu langsam. Damit hat die Unzufriedenheit in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Gleichzeitig nimmt die Zahl derjenigen ab, die das bisherige Entwicklungstempo als angemessen oder sogar zu schnell bewerten.

Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Angebote und moderne Technologien für viele Menschen längst zum Alltag gehören und die Erwartungen an Politik, Verwaltung und Wirtschaft entsprechend gestiegen sind. Während digitale Lösungen in vielen Bereichen als selbstverständlich angesehen werden, bleibt deren Umsetzung aus Sicht vieler Bürger hinter den Möglichkeiten zurück.

Zwischen Fortschritt und Unsicherheit

Der Wunsch nach mehr Digitalisierung geht jedoch mit einer anderen Entwicklung einher: Viele Menschen sorgen sich, mit dem technologischen Wandel nicht Schritt halten zu können. Fast die Hälfte der Befragten äußert die Befürchtung, den Anschluss an die digitale Entwicklung zu verlieren.

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Besonders ausgeprägt ist diese Sorge bei älteren Menschen. Während sich jüngere Altersgruppen deutlich sicherer im Umgang mit digitalen Technologien fühlen, steigt die Verunsicherung mit zunehmendem Alter spürbar an. Vor allem bei Personen über 65 Jahren ist die Angst verbreitet, von technischen Entwicklungen abgehängt zu werden.

Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede. Frauen äußern häufiger Bedenken, mit dem digitalen Fortschritt nicht mithalten zu können, als Männer.

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Digitale Teilhabe bleibt eine zentrale Herausforderung

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Digitalisierung nicht allein eine Frage der technischen Infrastruktur ist. Ebenso wichtig ist es, Menschen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, damit sie digitale Angebote sicher und selbstbewusst nutzen können.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont in diesem Zusammenhang, dass die Bevölkerung die Chancen der Digitalisierung grundsätzlich erkenne und nutzen wolle. Gleichzeitig müsse darauf geachtet werden, dass niemand aufgrund von Alter, Bildungsstand oder sozialem Hintergrund ausgeschlossen werde.

Die digitale Transformation könne nur dann erfolgreich sein, wenn sie für alle verständlich und zugänglich gestaltet werde.

Vor diesem Hintergrund findet am 26. Juni 2026 erneut der bundesweite Digitaltag statt. Die Initiative möchte digitale Technologien für Menschen aller Altersgruppen erlebbar machen und Berührungsängste abbauen.

Deutschlandweit sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter Workshops, Beratungsangebote, Diskussionsrunden, Führungen und Mitmachaktionen. Ziel ist es, digitale Kompetenzen zu fördern und gleichzeitig die Chancen sowie Herausforderungen der Digitalisierung verständlich zu vermitteln.

Die vom Bündnis „Digital für alle“ organisierte Aktion wird von Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Zivilgesellschaft und dem öffentlichen Sektor getragen. Sie soll dazu beitragen, die digitale Teilhabe in Deutschland langfristig zu stärken.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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