Microsoft testet für den Windows 11 Copilot das Feature PC Insights zur Performance-Analyse. Die App benötigt wegen Web-Technologie jedoch selbst viel RAM.
Microsoft testet in den USA eine neue Funktion für den Windows 11 Copilot namens PC Insights. Diese optionale Erweiterung ermöglicht es der künstlichen Intelligenz, den aktuellen Zustand der Hardware auszulesen und Fragen zur Systemleistung direkt zu beantworten. Microsoft bewirbt die Funktion als verständliche Alternative zum Task-Manager oder den Systemeinstellungen, um beispielsweise zu prüfen, ob der Speicherplatz für die Installation eines bestimmten Programms ausreicht.
Über spezielle Windows-Schnittstellen greift das Werkzeug auf verschiedene Systemdaten zu:
- Auslastung von Hauptprozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkarte
- Gesamtkapazität und verfügbarer Speicherplatz von Laufwerken und Ordnern
- Status angeschlossener USB-Geräte, Drucker und Webcams
- Signalzustand von WLAN und Bluetooth
- Zustand des Akkus und Aktivität des Antivirenprogramms
Laut Hersteller erfolgt der Zugriff nur nach expliziter Freigabe durch den Nutzer. Anwender können festlegen, ob die App vor jedem Zugriff erneut fragen muss oder dauerhaften Zugriff erhält.
Hoher Ressourcenverbrauch durch integrierte Browser-Engine
Die Einführung der Analysefunktion steht im Gegensatz zum eigenen Ressourcenbedarf der Copilot-Anwendung. Technische Prüfungen des Fachmediums Windows Latest zeigten, dass die App im Leerlauf bis zu 1 Gigabyte Arbeitsspeicher beansprucht. Nach einer internen Umorganisation bei Microsoft wurde die Anwendung von einer nativen WinUI-Struktur wieder in eine Web-App umgewandelt.
Um eine neue integrierte Browsing-Funktion zu unterstützen, liefert Microsoft die Anwendung nun mit einer eigenen, privaten Installation des Edge-Browsers inklusive des vollständigen Chromium-Codes aus. Im Windows-Task-Manager wird der Copilot daher mittlerweile als eigenständiger Browser geführt. Administratoren können die Anwendung bei Bedarf über die Gruppenrichtlinien des Betriebssystems vollständig blockieren oder entfernen.
Datenschutzvorgaben und Umgang mit Nutzerdaten
Hinsichtlich der Privatsphäre betont das Entwicklerunternehmen, dass die Hardware-Spezifikationen und lokalen Dateien nicht dauerhaft auf externen Servern gespeichert werden. In einem Support-Dokument äußert sich Microsoft wie folgt zu dem Umgang mit den Daten:
„Ihre persönlichen Dateien und Systeminfos werden nicht gespeichert oder zum Trainieren von Modellen verwendet.“
Microsoft
Das Unternehmen schließt jedoch nicht aus, dass die reinen Texteingaben und Antworten der Konversationen zur Verfeinerung der KI-Modelle herangezogen werden. Dies hänge von den jeweils gewählten Datenschutzeinstellungen des Anwenders ab.
(red)