Kommentar

Weltfrauentag – Gegen geschlechtsspezifische Vorurteile im Recruitung

Dach wie vor herrscht in Deutschland ein großer Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Tech-Branche. Dabei mangelt es insbesondere an weiblichen Experten.

Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März kommentiert Xina Seaton, VP Global Customer Experience bei Blue Prism und Mitgründerin von Women in RPA, die Situation von Frauen in der Tech-Branche folgendermaßen:

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„Angesichts vieler Studien, die belegen, wie weit wir von einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter entfernt sind, ist das Thema Frauen im MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)-Berufen wichtiger denn je. Im Laufe der Pandemie sind viele Frauen aus dem Berufsleben ausgeschieden und werden wahrscheinlich nicht wieder in ihre Berufe zurückkehren. Traditionell wird unbezahlte Arbeit, wie zum Beispiel Hausarbeit, von Frauen verrichtet. Dennoch versuchen viele mit Fernarbeit, zwei Vollzeitjobs unter einen Hut zu bringen, weil fest verankerte Geschlechterstereotypen und Vorurteile vor allem Frauen betreffen.

Frauen in der Tech-Branche sind mit vielen Aspekten ihres Lebens und ihrer Arbeit unzufriedener geworden, was die Gleichstellung im MINT-Bereich weiter zurückwirft. Als ich im Jahr 2018 meine aktuelle Position antrat, waren keine Frauen beschäftigt; mittlerweile beträgt der weibliche Anteil fast 30 Prozent. Das zeigt, dass es bereits eine positive Entwicklung in der Technologie- und Automatisierungsbranche gibt. Dennoch müssen wir weiterhin entschieden gegen geschlechtsspezifische Vorurteile im Bewerbungsprozess vorgehen.

Vielen männlichen Recruitern ist nicht bewusst, dass ihre Stellenbeschreibungen Frauen dazu verleiten, sich erst gar nicht erst auf eine Stelle zu bewerben. Männer neigen beispielsweise dazu, flexibler auf ausgeschriebene Anforderungen zu reagieren, während Frauen sie als nicht verhandelbare Hindernisse betrachten. Es ist wichtig, dass Unternehmen erkennen, dass sie Stellenausschreibungen anders formulieren müssen, damit sich Frauen auf die freien Positionen bewerben.

Frauen werden oft aufgrund ihrer Leistungen befördert, während Männer häufig aufgrund ihres Potenzials aufsteigen. Dies gilt insbesondere in MINT-Berufen, bei denen wir zusätzlich gegen Vorurteile, dass Frauen technisch weniger begabt seien oder weniger Geschick in diesen Bereichen haben, vorgehen müssen.

Insgesamt muss mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass dies ‚nur‘ ein frauenspezifisches Thema ist. Es ist ein gesellschaftliches Problem. Sowohl Männer als auch Frauen sind von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten betroffen und es ist an der Zeit, dass wir diese Diskussion neu aufrollen. Nur so können wir die unbewussten und bewussten Vorurteile beseitigen, die Karrieren von Frauen in dieser Branche verhindern.“

www.blueprism.com
 

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