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Übernahme

Vertiv übernimmt UIG für 1,45 Milliarden Dollar

Der Infrastrukturanbieter kauft einen Spezialisten für Microgrids und Stromversorgung hinter dem Zähler. Hintergrund sind Netzengpässe bei KI-Rechenzentren.

Vertiv übernimmt UIG für 1,45 Milliarden Dollar
Bildquelle: FotoField/Shutterstock.com

Der US-Anbieter von Infrastruktur für Rechenzentren Vertiv hat die Übernahme der UtilityInnovation Group (UIG) abgeschlossen. Der Kaufpreis beträgt rund 1,45 Milliarden US-Dollar in bar. Hinzu kommen bis zu 1,15 Milliarden Dollar, die fällig werden, wenn UIG bestimmte Ziele beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) innerhalb von 12 und 24 Monaten erreicht. Der Grundkaufpreis entspricht laut Vertiv etwa dem 13-Fachen des für 2027 erwarteten EBITDA von UIG.

Strom unabhängig vom Netzanschluss

UIG wurde 2020 gegründet und hat seinen Sitz in Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina, die Europazentrale liegt in Dublin. Das Unternehmen entwickelt Microgrids für Rechenzentren, also lokale Stromnetze, die Stromerzeugung und Speicher vor Ort mit dem öffentlichen Netz koordinieren. Dazu gehören eine eigene Steuerungssoftware, die Last und Frequenz in Echtzeit ausgleicht, speziell gebaute Schaltanlagen und Energiespeicher. Solche Anlagen versorgen Rechenzentren „hinter dem Zähler” (Behind the Meter), also mit Strom, der nicht über das öffentliche Netz bezogen wird.

Vertiv will mit der Übernahme sein Angebot für Stromversorgung und Kühlung bis zum Netzanschluss und zu Stromquellen vor Ort erweitern. Betreiber sollen damit schneller an Strom gelangen, weniger von Zeitplänen für Netzanschlüsse abhängen und ihre Kapazität über das hinaus erweitern können, was das Netz allein liefert. Die Lösungen sollen dabei nicht an eine bestimmte Erzeugungstechnologie oder einen Anbieter gebunden sein.

„Da Betreiber von KI-Rechenzentren daran arbeiten, den Ausbau in einem Umfeld mit zunehmend begrenzten Stromressourcen zu beschleunigen, ist der Zugang zu Strom zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil geworden.”
Giordano Albertazzi, Vertiv-CEO

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Netzanschluss als Engpass

Der Netzanschluss gilt derzeit als einer der größten Engpässe beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Laut einer Analyse von GlobalData müssen Entwickler an den wichtigsten europäischen Standorten sieben bis zehn Jahre auf einen Anschluss warten, während der Bau eines Rechenzentrums ein bis drei Jahre dauert. Betreiber weichen deshalb zunehmend auf Stromerzeugung vor Ort aus, häufig mit Gaskraftwerken. Auch der Branchenverband Bitkom fordert in Deutschland einen schnelleren Netzausbau und eine effizientere Vergabe von Netzanschlusskapazitäten.

(red/Vertiv)

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