Eine Studie von HFS Research und Genpact zeigt: Veraltete IT-Systeme und Datenlandschaften kosten die Technologiebranche jährlich 1,08 Billionen Dollar.
Veraltete Strukturen in der Informationstechnologie, den Datenlandschaften und den internen Prozessen belasten die Technologiebranche erheblich. Eine globale Untersuchung von HFS Research in Kooperation mit dem Dienstleister Genpact beziffert den wirtschaftlichen Schaden durch diese sogenannten Enterprise Debts auf rund 1,08 Billionen US-Dollar pro Jahr. Für die Datenerhebung wurden weltweit mehr als 2000 Führungskräfte befragt, darunter 191 Entscheidungsträger aus dem Technologiesektor.
Die Ergebnisse zeigen, dass unzureichend modernisierte Systeme die Umsetzung von Strategien in den Bereichen künstliche Intelligenz, Innovation und Wachstum blockieren. Das ungenutzte Potenzial teilt sich laut den Berechnungen auf in 371 Milliarden US-Dollar an entgangenem Wachstum und 709 Milliarden US-Dollar an vermeidbaren Betriebskosten.
Die vier Kernbereiche der organisatorischen Defizite
Die Studie identifiziert vier zentrale Kategorien von Altlasten, mit denen Technologieunternehmen derzeit konfrontiert sind:
- Tech Debt: Veraltete interne Plattformen und ein hoher administrativer Betriebsaufwand verringern die Geschwindigkeit bei der Produktentwicklung.
- Data Debt: Informationen zu Kunden, Produkten und Telemetrie liegen isoliert in verschiedenen Geschäftsbereichen, was den effektiven Einsatz von künstlicher Intelligenz erschwert.
- Process Debt: Abläufe im Engineering, Support und Vertrieb weisen viele manuelle Schritte und ausnahmebasierte Sonderprozesse auf.
- Talent Debt: Der Mangel an qualifizierten Fachkräften in den Disziplinen künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit und Plattform-Entwicklung bremst die Skalierung von Innovationen.

Empfohlene Lösungsansätze für Unternehmen
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen empfiehlt der Bericht eine Reihe konkreter Maßnahmen. Im Bereich der Infrastruktur müssen Kernplattformen modernisiert und Investitionen systematisch vom reinen Erhalt des laufenden Betriebs hin zu aktivem Wachstum verlagert werden. Für eine bessere Datennutzung ist der Aufbau einer einheitlichen Datenbasis sowie eine strukturierte Data Governance erforderlich. Prozessuale Mängel sollen durch die Standardisierung und Digitalisierung von Übergaben zwischen den Abteilungen gelöst werden. Schließlich sieht die Studie im Ausbau von digitalen Weiterbildungsprogrammen und der gezielten Bindung von Spezialisten den Schlüssel zur Behebung von personellen Engpässen.
(HFS Research/red)