91 Prozent Anstieg der KI-Aktivitäten

KI in Unternehmen: Vom Werkzeug zum Risiko

KI Rot

Künstliche Intelligenz wird in Unternehmen immer häufiger eingesetzt – nicht nur zur Produktivitätssteigerung, sondern zunehmend auch als Angriffsfaktor.

Das zeigt der ThreatLabz 2026 AI Security Report von Zscaler, basierend auf fast einer Billion KI- und ML-Transaktionen innerhalb der Zscaler Zero Trust Exchange-Plattform im Jahr 2025.

Anzeige

Die Untersuchung macht deutlich, dass Unternehmen auf die wachsende Bedrohung durch KI-gesteuerte Cyberangriffe nur unzureichend vorbereitet sind. KI kann Angriffe mit hoher Geschwindigkeit durchführen, von der Kompromittierung eines Systems bis zum Datendiebstahl – in Minuten statt Stunden. Traditionelle Sicherheitslösungen stoßen hier schnell an ihre Grenzen.

Schneller KI-Einsatz, mangelnde Kontrolle

Während viele Branchen KI rasch in Arbeitsabläufe integrieren, hinken die Kontrollmechanismen hinterher. Besonders Finanz- und Versicherungsunternehmen dominieren den KI-/ML-Datenverkehr, gefolgt von Technologie- und Bildungssektor, die enorme Wachstumsraten aufweisen.

Zahlreiche Unternehmen haben jedoch keine vollständige Übersicht über ihre eingesetzten KI-Modelle und eingebetteten Funktionen. Dadurch ist unklar, wo sensible Daten verarbeitet oder weitergegeben werden – eine kritische Sicherheitslücke.

Anzeige

Automatisierte Angriffe als Realität

Red Team-Tests von Zscaler zeigen: KI-Systeme widerstehen realen Angriffsszenarien nicht. Kritische Schwachstellen werden oft innerhalb von Minuten ausgenutzt, 90 Prozent der Systeme waren innerhalb von 90 Minuten kompromittiert. Autonome KI-Agenten können dabei Schwachstellen aufspüren, in Systeme eindringen und lateral Daten abgreifen. Die Geschwindigkeit der Angriffe übertrifft menschliche Abwehrkräfte deutlich.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Risiken durch eingebettete KI

Nicht nur eigenständige KI-Tools wie ChatGPT oder Codeium bergen Risiken, sondern auch eingebettete KI-Funktionen in Unternehmenssoftware. Diese sind oft standardmäßig aktiv und umgehen herkömmliche Sicherheitsfilter, wodurch sensible Daten wie Quellcode oder personenbezogene Informationen unkontrolliert verarbeitet werden können. Plattformen wie Atlassian gehören laut Zscaler zu den größten Quellen solcher unkontrollierten KI-Aktivitäten.

Der Datenverkehr an KI-/ML-Systeme stieg 2025 um 93 Prozent auf über 18.000 Terabyte. Tools wie Grammarly und ChatGPT fungieren inzwischen als zentrale Sammelpunkte für Unternehmensinformationen – eine attraktive Zielscheibe für Cyberkriminelle und Spionageakteure.

Zero Trust als Sicherheitsstrategie

Herkömmliche Firewalls oder VPNs reichen in dynamischen KI-Umgebungen nicht aus. Zscaler empfiehlt einen Zero-Trust-Ansatz, der KI-native Sicherheitsmaßnahmen integriert:

  • Kontinuierliche Zugriffskontrolle nach dem Prinzip der minimalen Berechtigungen.
  • Echtzeit-Schutz vor KI-Bedrohungen durch Überprüfung des gesamten Datenverkehrs.
  • Schutz sensibler Daten durch automatische Klassifizierung und Erkennung.
  • Verhinderung lateraler Bewegungen mittels KI-gestützter Segmentierung.
  • Optimierte Reaktionsfähigkeit durch prädiktive KI und Posture Management.

Dieser Ansatz ermöglicht Unternehmen, KI sicher zu nutzen, Angriffsflächen zu reduzieren und die Governance über Daten und Prozesse zu verbessern.

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

Pauline Dornig joined the IT Verlag team as an online editor in May 2020. (pd)
Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.