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Virtualisierung

Supermarkt-Gigant wirft VMware aus seinen Filialen

Tesco und VMware streiten vor Gericht über Lizenzen. Jetzt sucht der Händler jemanden, der den Abschied von VMware in seinen Märkten organisiert.

Supermarkt-Gigant wirft VMware aus seinen Filialen
Bildquelle: frank333/Shutterstock.com

Der Konflikt zwischen der britischen Supermarktkette Tesco und VMware hat offenbar handfeste Folgen: In einer aktuellen Stellenausschreibung sucht Tesco eine Führungskraft, die die Virtualisierung in den Filialen von VMware auf Proxmox umziehen soll. Zuerst berichtete das britische Onlinemagazin The Register darüber.

Seit einiger Zeit ist ein Rechtsstreit zwischen beiden Unternehmen anhängig. Tesco pocht darauf, dass VMware Software, die einst mit unbefristeter Lizenz gekauft wurde, weiterhin unterstützen und teilweise aktualisieren muss. VMware hält dagegen, dass es die betreffende Software inzwischen nicht mehr anbiete. In den Verhandlungen soll VMware Tesco zufolge einen Preisaufschlag von 175 Prozent verlangt haben. Bis der Fall verhandelt wird, dürfte es 2027 werden.

Eigene Management-Plattform für tausende Standorte

Die ausgeschriebene Stelle trägt den Titel Head of Software Engineering: Edge Platform und ist in Bengaluru angesiedelt. Zu den Aufgaben gehört neben der Migration auch der Aufbau einer softwaregesteuerten Plattform, mit der Tesco die IT in seinen Märkten künftig einrichten, betreiben und überwachen will. Gemessen werden soll der Erfolg unter anderem daran, dass der Umstieg planbar und ohne Zwischenfälle verläuft und die nötigen Filialkonfigurationen auf der neuen Plattform funktionieren.

Die Anforderungen sind beträchtlich. Auf der Edge-Plattform laufen die Anwendungen in den Filialen, und sie muss auch bei instabiler Netzanbindung und knappen Ressourcen vor Ort zuverlässig arbeiten. Geht bei einem Update etwas schief, merken das laut Ausschreibung Beschäftigte wie Kunden direkt. Tesco hat weltweit über 5.000 Märkte; in welchem Umfang Proxmox dort zum Einsatz kommen soll, hat das Unternehmen bisher nicht beantwortet.

Im Rechenzentrum will Tesco Insidern zufolge auf Hyper-V von Microsoft wechseln. VMware hat den Kunden nach eigener Darstellung aber noch nicht abgeschrieben.

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Support war lange die Schwachstelle

Proxmox stammt von einem österreichischen Hersteller und ist quelloffen. Als Ersatz für VMware ist die Plattform zuletzt vor allem für Edge-Installationen, hyperkonvergente Systeme und einfache Servervirtualisierung ins Gespräch gekommen. Der Analyst Michael Warrilow hält die Technik für solide, sah aber den Support als Hürde, da dieser bislang nur zu Bürozeiten in Österreich erreichbar war. Seit September bietet Proxmox Enterprise-Kunden Unterstützung rund um die Uhr an.

Gerade im Einzelhandel sieht Warrilow gute Chancen für einen Umstieg, weil VMware dort schon immer stärkerer Konkurrenz ausgesetzt gewesen sei. Statt nur Altsysteme abzulösen, solle man den Wechsel mit neuen Projekten verbinden. Tescos Pläne für eine per API steuerbare Infrastruktur in den Filialen gingen in diese Richtung.

(red)

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