Google führt mit Gmail Live, Docs Live und Keep Live neue, auf Gemini basierende Sprachfunktionen in drei zentralen Workspace-Anwendungen ein.
Google hatte die zugrunde liegenden Gemini-Audio-Modelle bereits im Mai auf der eigenen Entwicklerkonferenz I/O erstmals vorgestellt und rollt die konkreten Funktionen nun schrittweise aus. Über Gmail Live können Nutzer künftig Fragen zum Inhalt ihres Postfachs stellen, statt Suchbegriffe einzutippen, während ein Live-Transkript des Gesprächs auf dem Bildschirm mitläuft und auf die jeweiligen Quell-E-Mails verweist. Docs Live fungiert dagegen als eine Art freihändiger Mitschreiber, der aus mündlich beschriebenen, noch unstrukturierten Gedanken einen ersten Dokumentenentwurf erstellt und dafür mit entsprechender Berechtigung zusätzlich Informationen aus Gmail, Drive, Chat sowie dem Web heranziehen kann. Keep Live schließlich verwandelt spontan gesprochene Gedankenströme automatisch in strukturierte, umsetzbare Notizen und Listen.
Die Verarbeitung laufe dabei im Hintergrund, sodass sich Gedanken in strukturierte Listen und Notizen verwandelten, ohne dass ein einziges Wort getippt werden müsse. Bei der Verfügbarkeit unterscheiden sich die drei Funktionen: Gmail Live und Keep Live stehen Abonnenten der Tarife Google AI Plus, Pro und Ultra zur Verfügung, Docs Live bleibt dagegen zunächst den beiden teureren Tarifen Pro und Ultra vorbehalten. Für Geschäftskunden von Google Workspace sind die neuen Sprachfunktionen bislang noch nicht verfügbar, Google arbeitet nach eigenen Angaben jedoch bereits an einer entsprechenden Erweiterung. Der Rollout erfolgt zunächst auf Android und iOS und ist vorerst auf die englische Sprache beschränkt.
„Keeps neue Sprachfunktion versteht deinen Gedankenstrom.“
Neues Gmail: Nicht bei allen Nutzern auf ungeteilte Begeisterung gestoßen
Google positioniert den Vorstoß als Versuch, die eigenen Anwendungen weniger wie klassische Software und stärker wie ein natürliches Gespräch wirken zu lassen. Nach Einschätzung des Fachmagazins TechSpot zeigen sich jedoch nicht alle Nutzer gleichermaßen begeistert von der Aussicht, künftig verstärkt mit dem eigenen E-Mail-Programm oder Notiz-Tool sprechen zu sollen, statt wie gewohnt zu tippen.
(red)