Mitarbeiterausweise

Ransomware-Gruppe Storm reklamiert Angriff auf Boeing- und Airbus-Zulieferer

Boeing
Bildquelle: Falcons Spotters/Shutterstock

Die erst im August 2026 erstmals aufgetauchte Ransomware-Gruppe Storm hat den kleinen US-Luftfahrtzulieferer Star Aviation aus Kentucky als Opfer gelistet.

Star Aviation mit Sitz im kentuckyschen Goshen ist auf die Inspektion und Reparatur von Kabelbäumen sowie elektronischen Verkabelungssystemen spezialisiert, die in Verkehrsflugzeugen von Boeing und Airbus zum Einsatz kommen. Das Unternehmen entwickelt zudem spezielle, von der US-Luftfahrtbehörde FAA zugelassene Reparaturverfahren für beschädigte Flugzeugkomponenten sowie alternative, über das FAA-eigene PMA-Zertifizierungsverfahren zugelassene Ersatzteile. Die von Storm veröffentlichten Screenshots zeigen laut Cybernews sowohl technische Schaltpläne als auch mutmaßliche Mitarbeiterausweise.

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Angesichts der Position des Unternehmens in der Luftfahrt-Lieferkette bewerten die Cybernews-Forscher die mutmaßliche Kompromittierung als bedeutsam. Der tatsächliche Umfang des behaupteten Datenabflusses bleibt zwar unklar, möglicherweise entwendeten die Angreifer jedoch sensible betriebliche Daten mit Bezug zur Flugzeugwartung. Elektrische Verkabelungs- und Verbindungssysteme sind für den Flugbetrieb von zentraler Bedeutung, weshalb geleakte Baupläne solcher Systeme grundsätzlich Risiken bergen könnten.

Zwar dürften sich die Schaltpläne selbst kaum für unmittelbare Fernangriffe auf Flugzeuge eignen, sie könnten Angreifern jedoch eine wertvolle Übersicht über Systeme verschaffen, die normalerweise hinter dem technischen und sicherheitstechnischen Schutzwall der Luftfahrtindustrie verborgen bleiben, und sich mit weiteren Informationen zu gezielten Angriffen auf Luftfahrtorganisationen kombinieren lassen. Die gezeigten Mitarbeiterausweise deuten zudem darauf hin, dass neben dem Unternehmen selbst auch einzelne dort Beschäftigte betroffen sein könnten, was diese einem erhöhten Risiko für Identitätsbetrug sowie gezielte Social-Engineering-Angriffe aussetzen würde.

Neben Boeing: Storm bereits für 44 bis 48 Opfer verantwortlich

Storm listete Star Aviation am 2. September auf der eigenen Darknet-Leak-Seite. Nach Angaben verschiedener auf Ransomware spezialisierter Überwachungsdienste hat die Gruppe seit ihrem ersten Auftauchen bereits zwischen 44 und 48 Opfer für sich reklamiert, verteilt über Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, Fertigung, Technologie, Transport und Behörden, wobei der weit überwiegende Teil der bislang erfassten Opfer aus den USA stammt. Cybernews hat sich mit einer Anfrage an Star Aviation gewandt, eine Stellungnahme des Unternehmens lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.

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(red)

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