Die IT-Tochter der Lidl-Mutter Schwarz Gruppe stellt auf der Hannover Messe ein vierstufiges Reifegrad-Modell vor, das Unternehmen bei der Wahl souveräner Cloud-Dienste orientieren soll.
Schwarz Digits, die IT-Sparte hinter dem Cloud-Anbieter STACKIT, hat auf der Hannover Messe den European Sovereign Stack Standard (ES³) vorgestellt. Das Ziel ist ehrgeizig: Ein einheitlicher, messbarer Maßstab dafür, wie souverän ein Cloud-Dienst tatsächlich ist.
Das Herzstück ist ein Reifegrad-Modell mit vier Stufen, bewertet anhand von mehr als 100 Kriterien:
- Basic: grundlegende Anforderungen an Datenspeicherung und Rechtssicherheit
- Initial: erweiterte Kontrolle über Datenzugriff und Abhängigkeiten
- Advanced: weitgehende Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern
- Future-Proof: nahezu vollständige digitale Autonomie und Handlungsfreiheit
Das Modell folgt strukturell dem Cloud Sovereignty Framework der EU-Kommission, soll aber deutlich mehr Detailtiefe bieten : „Echte Souveränität erfordert volle Transparenz über den gesamten Tech-Stack hinweg. Der Standard schafft eine praxisorientierte Faktenbasis, die im Markt bisher einzigartig ist“, sagt Co-CEO Christian Müller.
Damit es nicht beim Selbstzeugnis bleibt, hat Schwarz Digits die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO eingebunden. Parwäz Rafiqpoor, Vorstandsvorsitzender BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sagt dazu: „Die Prüfung des Reifegrad-Modells durch BDO bestätigt: Das Modell liefert eine unabhängige, praxisnahe Basis zur Stärkung digitaler Souveränität in Europa – vor allem für souveräne, cloudbasierte Datenlösungen – und schafft klare, regulierungsrelevante Entscheidungsgrundlagen.“
BDO hat das Bewertungsframework selbst verifiziert, nicht einzelne Produkte. Partner-Lösungen auf STACKIT sollen nach dem Modell klassifiziert werden und Souveränitäts-Badges erhalten. Ein Presales-Tool ermittelt außerdem den Souveränitätsstatus eines Unternehmens und spielt passende Lösungsempfehlungen aus.