Mehr als ein Kommunikationsgerät

Das Smartphone wird zur KI-Schaltzentrale

KI-Smartphone

Das Smartphone ist längst mehr als Kommunikationsgerät. Es dient als Kamera, Navigationshilfe, Spieleplattform, Geldbörse und Informationsquelle. Nun rückt eine weitere Funktion in den Mittelpunkt: der persönliche KI-Assistent.

Eine repräsentative Erhebung des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Menschen in Deutschland zeigt, wie selbstverständlich Künstliche Intelligenz inzwischen auf dem Smartphone genutzt wird – oft, ohne dass es den Anwendern bewusst ist.

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38 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer verwenden regelmäßig KI-Funktionen, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 54 Prozent. Gleichzeitig weiß gut die Hälfte nicht genau, an welchen Stellen KI im Gerät tatsächlich aktiv ist.

Sprachassistenten wie Siri oder Google Assistant haben 64 Prozent bereits genutzt. 56 Prozent greifen auf KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini zu. Auch bei der Fotobearbeitung ist KI verbreitet: 42 Prozent verwenden intelligente Funktionen zum Entfernen von Bildinhalten oder zur Optimierung von Aufnahmen. 37 Prozent lassen sich beim Schreiben von Nachrichten unterstützen, 22 Prozent fassen längere Texte automatisch zusammen.

Bereitschaft für Aufpreis

Ein Drittel der Befragten wäre bereit, für besonders leistungsfähige KI-Funktionen mehr Geld für ein Smartphone auszugeben. KI wird damit zunehmend zu einem Qualitätsmerkmal moderner Geräte.

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Besonders gefragt sind Funktionen, die konkret entlasten. Fast die Hälfte der Nutzer wünscht sich intelligente Spamfilter gegen betrügerische Anrufe. Auch zusätzliche Unterstützung beim Verfassen von Nachrichten steht weit oben auf der Wunschliste.

Markt wächst moderat

Mit Blick auf den Gesamtmarkt zeigt sich ein stabiles Wachstum. Das Smartphone-Ökosystem in Deutschland – bestehend aus Geräten, Apps, Netzinfrastruktur und Mobilfunkdiensten – erreicht 2026 ein Volumen von 40,6 Milliarden Euro.

Den größten Anteil machen Daten- und Sprachdienste aus. Der App-Markt wächst ebenfalls weiter. Dagegen sinkt der Umsatz mit Smartphones leicht, obwohl die Durchschnittspreise steigen: Im Schnitt werden 646 Euro pro Gerät ausgegeben. Verbraucher planen zwar geringere Ausgaben, tatsächlich liegen die realisierten Preise jedoch deutlich höher.

bitkom ki smartphone
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Geräte bleiben länger im Einsatz

Auffällig ist, dass Smartphones länger genutzt werden. Nur noch rund ein Drittel besitzt ein Gerät, das jünger als ein Jahr ist. Fast die Hälfte verwendet das eigene Smartphone länger als zwei Jahre.

Das durchschnittliche, privat gekaufte Smartphone ist derzeit 25 Monate alt. Längere Nutzungsdauer gilt als positiv für Umwelt und Budget, vorausgesetzt, Geräte sind robust, reparierbar und erhalten langfristig Software-Updates.

Kaufkriterien: Robust und nachhaltig

Beim Neukauf stehen praktische Kriterien im Vordergrund. Ein widerstandsfähiges Displayglas ist für nahezu alle Befragten wichtig. Auch Akkulaufzeit, Speicherplatz und Kameraqualität spielen eine große Rolle.

Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit gewinnen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig achten viele auf das Herkunftsland des Herstellers. Ein Teil der Verbraucher schließt Anbieter aus bestimmten Ländern grundsätzlich aus.

Netzqualität wichtiger als Preis

Bei der Wahl des Mobilfunkanbieters zählt vor allem die Netzqualität. Empfang am Wohnort, flächendeckende Abdeckung und hohe Surfgeschwindigkeit stehen an erster Stelle.

Gleichzeitig wünschen sich viele Menschen lückenlosen Empfang auch in ländlichen Regionen oder im Urlaub. Allerdings zeigt sich ein Widerspruch: Fast die Hälfte befürwortet zwar den Netzausbau, möchte jedoch keinen Funkmast in unmittelbarer Nachbarschaft.

Zwischen Komfort und Abhängigkeit

86 Prozent der Menschen ab 16 Jahren in Deutschland nutzen ein Smartphone. Unter den unter 30-Jährigen liegt die Quote bei 100 Prozent. Ein „Dumbphone“-Trend ist nicht erkennbar.

Die Bedeutung im Alltag ist entsprechend hoch: 87 Prozent können sich ein Leben ohne Smartphone kaum vorstellen. Gleichzeitig berichten viele von negativen Effekten. Ein Großteil fühlt sich gestört, wenn Partner häufig aufs Display schauen. Mehr als die Hälfte gibt an, Momente nicht richtig zu genießen, weil der Blick aufs Smartphone geht.

Das Smartphone ist zentrale Schnittstelle des digitalen Lebens, und mit der Integration von KI wird seine Rolle weiter wachsen. Entscheidend wird sein, technologische Innovation, Nachhaltigkeit und einen bewussten Umgang miteinander zu verbinden.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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