Laut einer Barracuda-Studie berichten 94 Prozent der Sicherheitsteams im DACH-Raum von Qualifikationslücken. KI verändert bereits Rollen und Personalbestand.
56 Prozent bauen Security-Personal wegen KI ab

94 Prozent der Cybersicherheitsteams berichten von Qualifikationslücken, im DACH-Raum ebenso wie international. Das zeigt der Cybersecurity Skills Gap Report des Sicherheitsanbieters Barracuda Networks. Das Marktforschungsinstitut Arlington Research befragte dafür 2.000 Entscheider aus dem mittleren und höheren Management in IT und Cybersicherheit in Unternehmen mit 100 bis 2.000 Beschäftigten, unter anderem in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie viele Befragte auf den DACH-Raum entfallen, nennt Barracuda nicht.
Als häufigste Lücken nennen die Befragten im DACH-Raum komplexe Identitäts- und Phishing-Bedrohungen (67 Prozent), etwa die Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails, den Missbrauch von OAuth und das Umgehen der Multi-Faktor-Authentifizierung, sowie den Umgang mit KI-bezogenen Risiken (64 Prozent, international 68 Prozent).
„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Auswirkungen von KI die Cybersicherheitslandschaft schneller verändern als viele Cybersicherheits-Teams die entsprechenden erforderlichen Kompetenzen, Transparenz und Governance aufbauen können.”
Siroui Mushegian, Senior Vice President und CIO bei Barracuda
Personalabbau auf allen Ebenen
82 Prozent der Unternehmen im DACH-Raum geben an, dass KI bereits Auswirkungen auf Rollen oder Personalbestand in der Cybersicherheit hat, international sind es 79 Prozent. 56 Prozent verzeichneten im Zusammenhang mit KI einen Personalabbau, der Einstiegs- und höhere Positionen gleichermaßen betraf. Zugleich nutzen 76 Prozent im DACH-Raum bei der Reaktion auf Sicherheitsvorfälle ein Modell, bei dem KI Untersuchung und Analyse unterstützt, Einordnung und endgültige Entscheidungen aber bei Menschen bleiben.
Teams kommen kaum hinterher
63 Prozent der Teams im DACH-Raum haben Schwierigkeiten, mit den wachsenden Anforderungen ihres Unternehmens Schritt zu halten. 26 Prozent können ihr Unternehmen nur reaktiv statt vorausschauend schützen. 48 Prozent sollen wachsende digitale Prozesse ohne zusätzliche Ressourcen absichern. Bei 41 Prozent übersteigen die Erwartungen des Unternehmens die vorhandenen Kompetenzen und Werkzeuge, bei 37 Prozent die personellen Kapazitäten.

Neue Anforderungen an Fachkräfte
Mit der zunehmenden Automatisierung von Routineaufgaben verlagert sich die Arbeit laut Barracuda zu Bedrohungsermittlung, Leitung von Vorfällen, Steuerung von Automatisierung und Risikomanagement. 52 Prozent der Unternehmen im DACH-Raum benötigen zusätzliche Kompetenzen bei Incident Response, Entscheidungen unter Druck und Risikomanagement. Ebenso viele brauchen mehr Führungskompetenz im strategischen Sicherheitsmanagement, darunter Fachwissen zu KI-Governance. Barracuda warnt, dass sich der Mangel verschärfen könnte, wenn Unternehmen Einstiegsaufgaben automatisieren, ohne klare Entwicklungswege für Nachwuchskräfte zu schaffen.
(red/Barracuda)




