Fernsehanstalten besonders gefährdet

Olympische Winterspiele 2026: Cybersecurity-Experten warnen vor Angriffen

Olympische Winterspiele 2026
Bildquelle: kovop/Shutterstock.com

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo im Februar 2026 stehen nicht nur sportlich im Fokus: Cybersecurity-Forscher erwarten einen Anstieg gezielter Cyberangriffe auf die digitale Infrastruktur der Spiele.

Das Unit 42-Team von Palo Alto Networks hat dazu einen umfassenden Report vorgelegt, der die Bedrohungslage analysiert und Schutzmaßnahmen empfiehlt. Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele ziehen regelmäßig die Aufmerksamkeit von Cyberakteuren auf sich. Die Historie zeige ein klares Muster: Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang wurden WLAN-Netze und andere digitale Systeme durch Angriffe lahmgelegt. Vor den Sommerspielen in Tokio 2021 versuchten russische Bedrohungsakteure, die Vorbereitungen zu sabotieren. Bei den jüngsten Spielen in Paris 2024 registrierte Unit 42 einen deutlichen Anstieg von DDoS-Attacken, Phishing-Kampagnen mit Olympia-Bezug sowie Betrugsversuchen. Insgesamt meldeten die Behörden über 140 Cybervorfälle.

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Bedrohungsakteure und Angriffsvektoren

Der nun veröffentlichte Report “Defending the 2026 Milan-Cortina Winter Games” identifiziert drei Hauptkategorien von Angreifern: Ransomware-Gruppen, staatlich gesteuerte Bedrohungsakteure und Hacktivisten. Konkret nennen die Forscher die Gruppierungen Muddled Libra, Insidious Taurus und Salt Typhoon als potenzielle Bedrohungen.

Als primäre Angriffsmethoden führt der Report Social Engineering, DDoS-Attacken und die Ausnutzung von API-Schwachstellen auf. Die Experten empfehlen als Gegenmaßnahmen den Einsatz von Zero-Trust-Architekturen, Runtime Security und KI-gestützter Automatisierung zur Abwehr.

Broadcaster in besonders exponierter Position

Andreas Schneider, Chief Security Officer für Zentraleuropa bei Palo Alto Networks, hebt die spezifische Gefährdung von Fernsehanstalten hervor. Als ehemaliger CISO eines öffentlich-rechtlichen Broadcasters kennt er die Problematik aus erster Hand: Der Übergang von geschlossenen, Broadcast-spezifischen Technologien zu offenen IP-basierten Workflows habe die Angriffsfläche erheblich vergrößert. Gleichzeitig kollidiere der absolute Live-Anspruch bei Olympia häufig mit Sicherheitsvorgaben.

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“Gerade für Broadcaster in Deutschland und der Schweiz, die ohnehin unter starkem Rechtfertigungsdruck stehen, ist eine lückenlose Cyber-Resilienz heute keine Option mehr, sondern eine Überlebensfrage für ihre gesellschaftliche Akzeptanz”, so Schneider. Die verschärfte geopolitische Lage mache die Winterspiele 2026 zu einem besonders attraktiven Ziel für Sabotageakte.

(lb/Palo Alto Networks)

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