Der PAM-Spezialist Delinea kauft StrongDM und will damit Zugriffsmanagement für moderne DevOps- und KI-Umgebungen neu definieren. Die Kombination soll Unternehmen helfen, menschliche und maschinelle Identitäten gleichermaßen abzusichern.
Der Anbieter von Privileged Access Management (PAM) hat eine Übernahmevereinbarung mit StrongDM unterzeichnet. StrongDM bietet Zugriffsmanagement-Lösungen speziell für Engineering-, DevOps- und KI-gestützte Umgebungen. Der Deal soll voraussichtlich im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden, finanzielle Details nannten die Unternehmen nicht.
Von statischem PAM zu dynamischer Laufzeit-Autorisierung
Mit dem Zukauf will Delinea seine Enterprise-PAM-Expertise mit den Just-in-Time-Autorisierungsfunktionen von StrongDM kombinieren. Das Ziel: eine Identity-Security-Plattform für Always-on-Umgebungen, die privilegierte Zugriffe sowohl menschlicher als auch nicht-menschlicher Identitäten über kontinuierliche Bewertung und Autorisierung zur Laufzeit steuert.
Die kombinierte Lösung soll Entwicklern nahtlosen Zugriff auf Cloud-Infrastrukturen, Produktionsdatenbanken und CI/CD-Pipelines ermöglichen – bei gleichzeitiger Durchsetzung des Least-Privilege-Prinzips in Echtzeit. Traditionelle, sitzungsbasierte PAM-Ansätze seien für moderne, Cloud-native Umgebungen nicht mehr ausreichend, so die Argumentation.
Angriffsfläche reduzieren, KI-Governance ermöglichen
Durch die Minimierung dauerhaft hinterlegter Credentials soll die Angriffsfläche für Phishing und Supply-Chain-Attacken verringert werden. Besonders im Fokus: die Governance autonomer KI-Agenten. Die Plattform soll einheitliche Transparenz, Prüfbarkeit und kontinuierliche Richtliniendurchsetzung für privilegierte Aktionen von Maschinen und agentischer KI bieten.
“Gestohlene oder verlorene Zugangsdaten sind weiterhin die häufigste Ursache für Sicherheitsvorfälle”, erklärt Art Gilliland, CEO von Delinea. Die Akquisition beschleunige die Weiterentwicklung hin zu kurzlebigen Zugriffsmodellen, wie sie in Cloud- und KI-Umgebungen üblich seien.
Schrittweise Migration statt Big-Bang-Ablösung
Tim Prendergast, CEO von StrongDM, betont: “Zugriffsmodelle, die für statische Infrastrukturen entwickelt wurden, funktionieren in kontinuierlichen Cloud- und KI-getriebenen Umgebungen schlicht nicht.” Die kombinierte Plattform solle Laufzeit-Autorisierung im Enterprise-Maßstab bereitstellen, ohne Entwickler und Operatoren zu behindern.
Wichtig für Unternehmen: Die Lösung soll eine schrittweise Migration ermöglichen, ohne bestehende Systeme komplett ablösen zu müssen. Delinea und StrongDM wollen so den Übergang von statischen, zugangsdatenbasierten zu dynamischen Zugriffsmodellen erleichtern.
(lb/Delinea)