Laut Reuters lässt Meta bei seinem KI-Agenten Muse teils menschliche Mitarbeiter Telefonate übernehmen, was intern Datenschutzbedenken auslöst.
Nach einem Bericht von Reuters testet Meta für seinen neuen persönlichen KI-Assistenten Muse einen sogenannten menschlichen Concierge. Dabei übernehmen menschliche Vertragskräfte im Hintergrund einen Teil der Telefonanrufe, die über den digitalen Assistenten ausgelöst werden. Grundlage des Berichts sind interne Unternehmensmitteilungen, die Reuters vorliegen.
Telefonfunktion erst kürzlich gestartet
Meta hatte die Telefonfunktion für Muse erst kürzlich öffentlich eingeführt. Bereits im August ließ das Unternehmen eigene Mitarbeitende die Funktion intern testen, bevor sie in den Tagen nach dem öffentlichen Start der App schrittweise für Nutzer ausgerollt wurde. In der vergangenen Woche informierte Meta seine Belegschaft über den Test des menschlichen Concierge, auch als „Human Agent Calls“ bezeichnet, und aktivierte die Funktion zunächst für die Hälfte der eigenen Mitarbeitenden.
Laut der internen Mitteilung, die Reuters einsehen konnte, kann Muse Anfragen an eine geschulte menschliche Fachkraft weiterreichen, die den Anruf anschließend selbst durchführt und abwickelt. Mitarbeitende, die nicht an dem Test teilnehmen möchten, konnten sich einer Opt-out-Gruppe anschließen.
Bedenken unter Mitarbeitenden
Innerhalb von Meta äußerten einige Mitarbeitende Datenschutzbedenken gegenüber dem Verfahren. Sie warnten, dass dabei sensible Informationen unbeabsichtigt an Vertragskräfte in Callcentern weitergegeben werden könnten.
Ein Meta-Sprecher erklärte gegenüber Reuters, die Rückmeldungen der Mitarbeitenden zu dem Test seien „überwältigend positiv“ ausgefallen. Zweck des Tests sei es, „Feedback zu sammeln, damit wir Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen umsetzen und Funktionen verbessern können, bevor wir sie öffentlich veröffentlichen“.
Muse führt weiterhin die App-Charts an
Der KI-Agent Muse führt nach Daten des Marktforschungsunternehmens Sensor Tower zwei Wochen nach seinem Start weiterhin die US-Downloadcharts an, mit mehr als 2,5 Millionen Downloads. Meta bewirbt Muse als zentrales Element der von Konzernchef Mark Zuckerberg angekündigten „persönlichen Superintelligenz“ für die Nutzer seiner Dienste. Der Assistent kann eigenständig Aufgaben wie das Versenden von E-Mails, Einkäufe oder Reisebuchungen im Auftrag der Nutzer übernehmen. Beim Marktstart betonte Meta, jeder Agent laufe in einer eigenen, gesicherten virtuellen Maschine in der Cloud, um einzelne Sitzungen voneinander zu isolieren, sensible Daten wie Passwörter würden zudem in einem separaten, gesicherten Speicher abgelegt.
(red)