Künstliche Intelligenz kann die Polizeiarbeit unterstützen, indem sie große Datenmengen auswertet und Empfehlungen für das nächste Vorgehen liefert.
In der Praxis treffen Beamte Entscheidungen oft intuitiv, basierend auf Erfahrung und Ausbildung. Doch Forscher der University of Queensland warnen: KI kann menschliches Urteilsvermögen nicht vollständig ersetzen und birgt Risiken für Fehlentscheidungen (via Pressetext).
Fehleranfälligkeit von KI-Tools
KI-Systeme können falsche Risiken, Orte oder Personen melden. Dadurch entstehen Entscheidungen, die auf ungenauen oder verzerrten Daten beruhen. Ein prominentes Beispiel liefert die Polizei von West Midlands in Großbritannien. Im November 2025 verhinderte sie israelische Fans des Fußballclubs Maccabi Tel Aviv an der Reise zu einem Europa-League-Spiel gegen Aston Villa – ein Spiel, das nie stattfand. Die Entscheidung stützte sich auf Informationen, die von Microsoft Copilot generiert wurden. Karen Bradley, Vorsitzende des britischen Untersuchungsausschusses, kommentierte: „Infos, die die Maccabi-Fans als hohes Risiko darstellten, wurden ohne angemessene Prüfung als glaubwürdig angesehen.“
Weitere Fälle zeigen ähnliche Probleme: In Durham kam das „Harm Assessment Risk Tool“ zum Einsatz, das die gefährlichsten Täter identifizieren sollte, jedoch oft Rückfallwahrscheinlichkeiten überschätzte und diskriminierende Muster aufwies. Die Londoner Metropolitan Police setzte früher die „Gang Matrix“ ein, die junge schwarze Männer häufig zu Unrecht als hochriskant einstufte.
Die Studienautoren betonen, dass ein unkritisches Vertrauen in KI bestehende Vorurteile verstärken kann. Besonders betroffen sind ärmere Bevölkerungsgruppen und Minderheiten, da fehlerhafte Risikoprofile Entscheidungen beeinflussen, die weitreichende Folgen haben können.
KI als ergänzendes Werkzeug
KI kann dennoch hilfreich sein, wenn sie richtig eingesetzt wird. Experten raten, die Erkenntnisse der Systeme stets mit operativer Erfahrung zu kombinieren. Nur so können Polizeibeamte die Stärken von KI nutzen, ohne die Schwächen zu übernehmen.
Die Forscher der University of Queensland fassen zusammen: KI kann ein wertvolles Hilfsmittel zur Kriminalitätsbekämpfung sein, ersetzt jedoch nicht die kritische menschliche Entscheidungskraft und erfordert eine sorgfältige Überprüfung der generierten Informationen.