Über 60 Prozent des Gesamtmarktes

Datenflut im Mobilfunk: Zelluläres IoT erreicht 218,6 Exabyte bis 2035

Mobilfunkmast

Der weltweite Datenverkehr im Mobilfunk durch zelluläre IoT-Verbindungen steht vor einem Wachstum, das durch vernetzte Fahrzeuge und agentische KI angetrieben wird.

Der globale Markt für das Internet der Dinge (IoT) steht vor einer technologischen Expansionsphase, die die bisherigen Dimensionen sprengt. Laut neuesten Untersuchungen des Analystenhauses Omdia wird der Datenverkehr aus zellulären IoT-Verbindungen bis zum Jahr 2035 auf 218,6 Exabyte (EB) ansteigen. Dieser Trend wird maßgeblich durch den Hunger nach analysierbaren Daten befeuert, mit denen Unternehmen ihre betriebliche Effizienz steigern und völlig neue Einnahmequellen erschließen wollen.

Anzeige

Automotive-Sektor als stärkster Treiber

Die Analyse macht deutlich, dass der Großteil des zellulären IoT-Datenverkehrs aus der Automobilbranche stammen wird. Hier dominieren Anwendungsfälle wie Infotainment-Dienste, insbesondere Video- und Audiostreaming, sowie Firmware-Updates über die Luft (FOTA). Die Prognosen für diesen Sektor zeigen eine steile Wachstumskurve:

JahrDatenverkehr Automotive (in Exabyte)Anteil am Gesamttraffic
202530,7 EBHohe Dominanz
2035135,4 EBÜber 60 % des Gesamtmarktes

Dieser Anstieg wird durch die Integration moderner Infotainmentsysteme in Neuwagen und die steigende Akzeptanz dieser Dienste durch die Verbraucher vorangetrieben. Ein Großteil dieser Dienste wird zwingend auf die 5G-Konnektivität angewiesen sein, um die erforderlichen Bandbreiten und niedrigen Latenzzeiten zu gewährleisten. Während Transport und Logistik als zweitwichtigster Sektor eingestuft werden, werden alle übrigen Branchen zusammen nach 2025 weniger als 29 Prozent zum gesamten Datenaufkommen beitragen.

Infotainment und Video weit vorn

„Die steigende Anzahl von Fahrzeugen mit intelligenten Funktionen, insbesondere Infotainment, wird dazu führen, dass der zelluläre IoT-Datenverkehr im nächsten Jahrzehnt boomt. Auch andere videobasierte Anwendungsfälle werden erhebliche Datenmengen erzeugen.“

Anzeige

Alexander Thompson, Senior Analyst für IoT bei Omdia

Diese Einschätzung unterstreicht, dass die reine Telemetrie (das Senden kleiner Statusdaten) gegenüber dem Datenhunger von Multimedia-Anwendungen in den Hintergrund tritt.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Neue Trends: Remote Vision und agentische KI

Neben den etablierten Mobilitätssektoren identifiziert Omdia neue Technologietrends, die vor wenigen Jahren noch keine Rolle spielten. Dazu gehören Remote Vision, also die Ausstattung von Lieferrobotern oder Industriemaschinen mit Kameras, und die agentische KI. Diese führt zu einem verstärkten Peer-to-Peer-Datenverkehr zwischen Maschinen.

„Während der zelluläre IoT-Datenverkehr weiterhin von Anwendungsfällen dominiert wird, die Mobilität erfordern, wie Automobilbau und Logistik, erhöhen aufkommende Trends wie Remote Vision – die den Einsatz von Kameras in einer Vielzahl von Geräten ermöglicht, von Lieferrobotern bis hin zu Industriemaschinen – und agentische KI, die das Wachstum im Peer-to-Peer-Maschinenverkehr vorantreibt, die Nachfrage nach größerer Edge-Verarbeitungsleistung und beschleunigen die 5G-Einführung. Zusammen erzeugen diese Trends eine zusätzliche Nachfrage nach Datenverkehr, die vor einigen Jahren noch nicht existierte.“

Andrew Brown, Practice Lead für IoT bei Omdia

Regionale Marktführerschaft: Asien und Ozeanien dominieren

Regional gesehen wird die Region Asien und Ozeanien die treibende Kraft hinter der globalen Datenflut sein. Bereits im Jahr 2025 wird diese Region voraussichtlich 50,6 Prozent des weltweiten zellulären IoT-Datenverkehrs produziert haben.

Die Gründe für diese Vormachtstellung sind vielfältig:

  • Frühe Einführung neuer Technologien: Die Region gilt traditionell als Early Adopter für 5G- und IoT-Lösungen.
  • Videoüberwachung: Eine signifikante Anzahl installierter Videokameras treibt das Datenaufkommen massiv in die Höhe.
  • Industrielle Basis: Die hohe Dichte an automatisierten Fertigungsstätten begünstigt den Einsatz vernetzter Maschinen.

Fazit zur Datenflut im Mobilfunk

Die Ergebnisse des Omdia-Berichts verdeutlichen, dass die Infrastruktur der Mobilfunknetze in den kommenden zehn Jahren enorm ausgebaut werden muss, um dem Anstieg von etwa 30 EB auf über 218 EB gerecht zu werden. Für Telekommunikationsunternehmen bedeutet dies eine klare Fokussierung auf 5G-Stand-Alone-Netze und Edge-Computing-Kapazitäten.

Unternehmen in der Automobil- und Logistikbranche müssen ihre Geschäftsmodelle verstärkt auf die Monetarisierung dieser Datenströme ausrichten. Die agentische KI wird dabei als Katalysator wirken, indem sie Maschinen befähigt, autonomer miteinander zu kommunizieren, was die Anforderungen an die Netzstabilität und Sicherheit weiter erhöht.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.