Laut dem Digital Maturity Index von Hyland stieg die digitale Reife europäischer Unternehmen 2026 auf 69 von 100 Punkten.
Für die Studie befragte Hyland 3.000 IT-Entscheider in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, den Beneluxstaaten und den nordischen Ländern. Inzwischen setzen 15 Prozent der europäischen Unternehmen KI in allen wichtigen Systemen ein, gegenüber 2 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig geben 54 Prozent der Befragten an, ihre Informationen und Dokumente seien zu unübersichtlich oder fragmentiert, um KI verlässlich einzusetzen. Bei 57 Prozent der Unternehmen bleiben Innovationsprojekte bereits in der Pilotphase stecken, meist wegen fragmentierter oder schwer zugänglicher Daten.
Content-Silos als zentrales Hindernis
60 Prozent der Unternehmen berichten von Content-Silos, die den Zugriff auf wichtige Informationen erschweren. Nur 9 Prozent verfügen über eine vollständig integrierte und skalierbare Federation-Architektur für ihr Enterprise Content Management, während 5 Prozent noch überwiegend mit papierbasierten Unterlagen arbeiten. 50 Prozent der Unternehmen berichten zudem von unzureichend miteinander verbundenen Systemen, in Deutschland liegt dieser Anteil bei 64 Prozent. Beim Cloud-Einsatz zeigt sich dagegen Fortschritt: 42 Prozent der Unternehmen arbeiten inzwischen vollständig cloudbasiert oder haben migriert, was migrierbar ist, gegenüber 32 Prozent im Vorjahr. John Newton, Chief Innovation Strategist bei Hyland, kommentierte die Ergebnisse so:
„Auf Content, der nicht verwaltet wird, lässt sich kein intelligentes Unternehmen aufbauen. Europa investiert massiv in KI, während das Informationsfundament darunter an Substanz verliert.“
John Newton, Chief Innovation Strategist bei Hyland
Der nächste Wettbewerbsengpass werde nach seiner Einschätzung nicht die Information selbst sein, sondern die Sicherheit, auf ihrer Grundlage handeln zu können.
Großbritannien führt, nordische Länder mit größten Lücken
Beim digitalen Reifegrad insgesamt führt Großbritannien mit 74 von 100 Punkten, die nordischen Länder liegen mit 67 Punkten dahinter. Dort verfügen nur 6 Prozent der Unternehmen über eine vollständig integrierte Federation-Architektur, während 7 Prozent, der höchste Wert in Europa, weiterhin überwiegend mit Papierunterlagen arbeiten. Neben Content Services verbesserten sich alle anderen erhobenen Kategorien gegenüber 2025: Cloud Services und Infrastruktur legten um 8 Punkte auf 74, KI und Automatisierung um 14 Punkte auf 71, Cybersicherheit um 11 Punkte auf 76 sowie Open Source, Low Code und No Code um 10 Punkte auf 69 Punkte zu.
(Hyland/red)