Unklarheit über manuellen Betrieb

34 Prozent melden Cybervorfälle in ICS/OT-Umgebungen

Laut SANS-Umfrage führten 72 Prozent der Vorfälle zu Ausfällen. 40 Prozent wissen nicht, ob sie 48 Stunden im manuellen Betrieb überstehen würden.

34 Prozent melden Cybervorfälle in ICS/OT-Umgebungen

34 Prozent der Befragten waren in diesem Jahr von einem Cybervorfall in industriellen Steuerungssystemen (ICS) oder in der Betriebstechnik (OT) betroffen. Das zeigen vorab veröffentlichte Ergebnisse der Umfrage „State of ICS/OT Security Survey 2026″ des SANS Institute. Laut SANS ist es der größte Anstieg innerhalb eines Jahres, seit das Institut industrielle Vorfälle erfasst. Grundlage sind die Antworten von fast 700 Fachleuten aus verschiedenen Industriezweigen. Die vollständige Studie soll im November erscheinen.

Ausfälle in 72 Prozent der Fälle

72 Prozent der gemeldeten Vorfälle führten zu Ausfallzeiten von Anlagen oder Systemen. Betreiber müssen bei solchen Vorfällen physische Prozesse aufrechterhalten, während Steuerungssysteme nicht verfügbar sind, Anlagen isolieren oder Systeme wiederherstellen, ohne zusätzliche Betriebsrisiken zu verursachen.

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Unklarheit über manuellen Betrieb

40 Prozent der Befragten konnten nicht sagen, ob ihr Unternehmen kritische Prozesse länger als 48 Stunden sicher im manuellen Modus betreiben kann, also ohne zentrale Steuerung über SCADA- oder DCS-Systeme. Laut SANS hängt diese Fähigkeit von geschultem Personal, dokumentierten Verfahren und realistischen Tests ab. Ein vorhandenes Verfahren sei noch kein Nachweis, dass es unter Druck funktioniert.

„Transparenz ist jedoch nur ein Aspekt der Cyberresilienz. Angreifer konzentrieren sich zunehmend auf industrielle Betriebsabläufe, deshalb werden die Absicherung unserer Lieferkette, das Verständnis der Auswirkungen auf die Sicherheit sowie manuelle Abläufe die entscheidenden Faktoren für die Abminderung von Cyberrisiken sein.“

Jason D. Christopher, Lead Instructor bei SANS und Autor der Umfrage

Wenig Transparenz zwischen IT und OT

Nur 13 Prozent der Befragten geben an, dass die Überwachung von IT- und ICS/OT-Umgebungen entlang der gesamten ICS Cyber Kill Chain vollständig aufeinander abgestimmt ist. Unternehmen mit vollständiger Transparenz wiesen laut Umfrage ein anderes Vorfallsprofil auf, darunter weniger ausgenutzte Lücken am Netzwerkrand und weniger unbefugte Zugriffe.

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Abhängigkeit vom Automatisierungsanbieter

Gefragt wurde auch nach einem Szenario, in dem der wichtigste OT-Automatisierungsanbieter wegfällt, etwa durch einen schweren Cybervorfall, eine Insolvenz oder Sanktionen. Nur jeder zehnte Befragte gab an, die Produktion dann unbegrenzt aufrechterhalten zu können. Industrielle Automatisierung hängt häufig von anbieterspezifischer Hardware, Software, Fachwissen, Quellcode und Ersatzteilen ab.

(red/SANS Institute)

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