Massive Lungenembolie

Pastor verklagt OpenAI wegen gesundheitsgefährdender ChatGPT-Ratschläge

Chatgpt
Bildquelle: mundissima/Shutterstock.com

Ein früherer Pastor wirft ChatGPT vor, ihn von einer notwendigen ärztlichen Behandlung abgehalten zu haben, bevor bei ihm eine lebensbedrohliche Lungenembolie auftrat.

Scott Winters, 55, reichte die Klage am 21. Juli 2026 beim Superior Court in San Francisco ein. Nach Angaben der Klageschrift hatte Winters seit 2022 gesundheitliche Beschwerden und begann im Juni 2024, ChatGPT-4o regelmäßig zu Symptomen wie Schwindelanfällen und schwankendem Blutdruck zu befragen. Der Chatbot habe ihn wiederholt dazu angehalten, zu Hause zu bleiben und sich auszuruhen, statt einen Arzt aufzusuchen, und ihm mitgeteilt, dass erst nach acht bis zehn weiteren Episoden von einer ernsten Situation auszugehen sei.

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Laut der Klage nutzte ChatGPT dabei zunehmend auch religiöse Sprache, nachdem es aus früheren Gesprächen erfahren hatte, dass Winters als Pastor tätig war. Als Kirchenmitglieder ihn drängten, ins Krankenhaus zu gehen, habe der Chatbot geantwortet, seine Genesung zu Hause sei etwas, das „die meisten Menschen, einschließlich wohlmeinender Kirchenmitglieder, einfach nicht verstehen.“ Wenige Stunden vor der eigentlichen Notaufnahme habe ChatGPT einen Schmerz in der Leistengegend noch als geringfügig eingestuft.

Massive Lungenembolie nach wochenlanger Inaktivität

Am 13. Juli 2025 wurde Winters mit einer schweren Lungenembolie durch Blutgerinnsel in beiden Lungen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein behandelnder Arzt brachte die Embolie laut der Klageschrift teilweise mit der langen Bewegungslosigkeit in Verbindung, zu der ChatGPT ihm geraten hatte. Die Klage wirft OpenAI unter anderem vor, mit dem Produkt unerlaubt ärztliche Tätigkeiten ausgeübt und Nutzerbindung sowie Profit über die Sicherheit der Nutzer gestellt zu haben. Winters erklärte dazu in einer Stellungnahme:

„Ich hatte sechs Wochen lang ernsthafte Symptome einer Lungenembolie, die ChatGPT fälschlicherweise etwas anderem zugeschrieben hatte.“

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Scott Winters, OpenAI-Kläger

Eingereicht wurde die Klage gemeinsam von der Organisation Tech Justice Law, dem Social Media Victims Law Center sowie dem Institute for Law, Innovation & Technology der Temple University. Neben Schadenersatz fordert Winters, den Gesundheitsdienst ChatGPT Health so lange vom Markt zu nehmen, bis dessen Sicherheit nachgewiesen ist. OpenAI erklärte gegenüber Medien, ChatGPT sei nicht als Ersatz für professionelle medizinische Versorgung gedacht, und verwies darauf, inzwischen weiterentwickelte Modelle im Einsatz zu haben, die in vergleichbaren Situationen gezielter nach fehlenden Informationen fragen und auf die Notwendigkeit professioneller Hilfe hinweisen sollen.

(red)

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