63 Prozent der Einkaufsleiter erwarten durch KI deutlich bessere Leistung, aber nur 25 Prozent haben Stellen und Rollen bereits angepasst.
Gartner: Einkauf zögert bei Rollenumbau für KI

63 Prozent der leitenden Einkaufsverantwortlichen erwarten, dass KI die Leistung ihrer Abteilung in den kommenden drei Jahren deutlich verbessert. Nur 25 Prozent haben jedoch als direkte Folge der KI-Einführung Stellen und Rollen neu gestaltet. Das geht aus zwei Umfragen des Marktforschungsunternehmens Gartner hervor, die im April 2026 abgeschlossen wurden. An der Chief Procurement Officer Survey nahmen 213 leitende Einkaufsverantwortliche teil, an der C-Suite AI Survey 1.303 Führungskräfte aus verschiedenen Unternehmensbereichen, darunter 134 aus dem Einkauf.
Mittlere Qualifikationen unter Druck
Laut Gartner droht Einkaufsabteilungen ein „Job-Chaos“, da KI standardisierte Tätigkeiten mittlerer Qualifikation übernimmt und Aufgaben, Abläufe und benötigte Fähigkeiten verändert. Unternehmen, die Rollen nicht vorausschauend neu gestalten, riskieren laut Gartner unpassend besetzte Stellen, sinkende Motivation und eine schwächere Wettbewerbsfähigkeit.
„Eine erfolgreiche KI-Einführung auf Abteilungsebene ist im Kern eine Aufgabe der Rollengestaltung.“Fareen Mehrzai, Senior Director Analyst in der Supply-Chain-Sparte von Gartner
Drei Maßnahmen
Gartner empfiehlt Einkaufsvorständen drei Schritte. Erstens sollen sie gemeinsam mit den Beschäftigten Rollen prüfen und festlegen, welche Aufgaben bei Menschen bleiben und welche an KI übergehen. Die Nachfrage verschiebe sich zu gering qualifizierten, stark KI-gestützten Tätigkeiten einerseits und hoch qualifizierten Positionen mit kreativen und komplexen Aufgaben andererseits.
Zweitens sollen sie Fähigkeiten fördern, die KI nicht ohne Weiteres übernehmen kann, darunter Kreativität, Überzeugungskraft, Anpassungsfähigkeit und ethisches Urteilsvermögen. Drittens empfiehlt Gartner eine geschützte Testumgebung, in der Beschäftigte KI-Werkzeuge und neue Abläufe ausprobieren können, ohne dass gescheiterte Versuche negativ bewertet werden. Die Neugestaltung von Rollen sei keine einmalige Aufgabe, sondern müsse mit dem Fortschritt der KI laufend angepasst werden.
(red)




