Was zunächst als isoliertes Problem von Windows 11 galt, entpuppt sich nun als weitreichender: Microsoft hat bestätigt, dass der kürzlich gemeldete Shutdown-Fehler auch zahlreiche Windows 10-Systeme betrifft.
Von Windows 11 zu Windows 10
Bereits Mitte Januar machte ein Fehler Schlagzeilen, der Windows 11 23H2-Nutzer am Herunterfahren hinderte. Betroffen waren Systeme mit dem Update KB5073455 und aktiviertem System Guard Secure Launch. Microsoft reagierte mit Notfall-Updates und empfahl als Übergangslösung den manuellen Shutdown per Kommandozeile: “shutdown /s /t 0”.
Nun die Ausweitung: Laut aktuellem Eintrag im Windows Release Health Dashboard sind auch Windows 10 22H2, Windows 10 Enterprise LTSC 2021 und Windows 10 Enterprise LTSC 2019 betroffen, allerdings unter anderen Bedingungen. Hier liegt das Problem an aktiviertem Virtual Secure Mode in Kombination mit den Updates KB5078131 und KB5073724 vom 13. Januar 2026.
Das Symptom bleibt gleich
Egal ob Windows 10 oder 11: Betroffene Systeme verweigern das Herunterfahren und den Ruhezustand. Statt sich ordnungsgemäß auszuschalten, starten die Rechner einfach neu. “Einige PCs mit Secure-Launch-Fähigkeit und aktiviertem Virtual Secure Mode können nicht heruntergefahren werden oder in den Ruhezustand wechseln”, so Microsoft in der offiziellen Problembeschreibung.
Was ist Virtual Secure Mode?
VSM nutzt Hardware-Virtualisierung, um einen vom Hauptsystem isolierten Speicherbereich zu schaffen, den sogenannten “Secure Kernel”. Diese abgeschottete Umgebung schützt kritische Daten wie Anmeldeinformationen, Verschlüsselungsschlüssel und Sicherheitstoken selbst dann, wenn das Hauptsystem kompromittiert wurde.
Die Technologie bildet die Grundlage für Enterprise-Sicherheitsfeatures wie Credential Guard, Device Guard und Hypervisor-Protected Code Integrity. Besonders in Unternehmensumgebungen ist VSM daher weit verbreitet.
Workaround bleibt gleich, Lösung steht aus
Auch Windows 10-Nutzer müssen vorerst zum gleichen Workaround greifen wie zuvor Windows 11-Anwender: Das System lässt sich über die Eingabeaufforderung mit dem Befehl “shutdown /s /t 0” herunterfahren.
Wann Microsoft eine dauerhafte Lösung für VSM-Systeme ausrollt, bleibt offen. “Wir planen, eine Lösung in einem zukünftigen Windows-Update bereitzustellen”, heißt es lediglich. Konkrete Termine nennt der Konzern nicht.