Büropflicht wird verschärft

Deutsche Bahn dreht an der Homeoffice-Schraube

Deutsche Bahn
Bildquelle: Frederick Hornung/Shutterstock.com

Die Deutsche Bahn schraubt die Möglichkeiten für Arbeit im Homeoffice offenbar deutlich zurück. Auf Nachfrage des „Spiegel“ bestätigte ein Sprecher des Konzerns entsprechende Pläne.

Wie es aus dem Unternehmen heißt, habe sich der Konzernvorstand grundsätzlich mit dem Thema Büropräsenz auseinandergesetzt und wolle die persönliche Zusammenarbeit vor Ort künftig wieder stärker fördern. Der Sprecher betonte, „mehr Präsenz stärkt die Zusammenarbeit“ und erleichtere zudem den Austausch sowie schnellere Entscheidungen. Parallel dazu verfolgt die Bahn offenbar das Ziel, ihre Büroflächen effizienter zu nutzen und dauerhaft nicht benötigte Flächen abzubauen.

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Drei Tage Pflichtpräsenz in der Zentrale geplant

Konkret zeichnet sich ab, dass am Berliner Hauptsitz künftig wieder an drei Tagen pro Woche Anwesenheitspflicht herrschen soll. Diese Regelung ist bei der Tochtergesellschaft DB Regio bereits Realität. Im übrigen Konzern gilt bislang eine deutlich weichere Vorgabe: Aktuell reicht ein gemeinsamer Präsenztag pro Woche, an dem Teams sich persönlich austauschen sollen.

Eine verbindliche Entscheidung für den gesamten Konzern steht laut Sprecher noch aus. Man wolle „zunächst den Austausch mit den Konzerngesellschaften vertiefen“, um das weitere Vorgehen festzulegen. Gleichzeitig betonte er, dass die geplanten Änderungen ohnehin nur einen Teil der Belegschaft beträfen. Für zwei von drei Beschäftigten stellten sich diese Fragen gar nicht, da sie schon immer täglich vor Ort den Zugbetrieb für die Kundschaft am Laufen hielten, so die Argumentation des Unternehmens.

Kritik von Arbeitnehmerseite

Bei den Beschäftigten, die von der Neuregelung betroffen sein könnten, stoßen die Pläne auf deutlichen Widerstand. Ein Vertreter der Arbeitnehmerseite erklärte, man sei bislang davon ausgegangen, dass die während der Corona-Pandemie deutlich ausgebauten Homeoffice-Regelungen dauerhaft Bestand hätten. Kritisch merkte er an: „Man hat nach Corona verpasst zu sagen: Die Übung ist beendet.“

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Darüber hinaus äußerte der Arbeitnehmervertreter den Verdacht, dass hinter der Maßnahme auch strategische Motive stecken könnten. Im Rahmen des laufenden Sparkurses der Bahn könnte die verschärfte Präsenzpflicht gezielt eingesetzt werden, um bestimmte Stellen für die Beschäftigten unattraktiver zu machen. Sein Fazit dazu: Wolle man ohnehin Stellen abbauen, sei das „ein probates Mittel“.

(red)

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