Auf der World Internet Conference räumte Ingenieur Gao Xi ein, offene Modelle könnten Sicherheitsrisiken verstärken. DeepSeek arbeitet an Schutzmaßnahmen.
DeepSeek: Open Source soll AGI schneller bringen

Das chinesische KI-Unternehmen DeepSeek will seine Modelle weiterhin als Open Source veröffentlichen, um die Entwicklung einer allgemeinen künstlichen Intelligenz (AGI) zu beschleunigen. Das sagte DeepSeek-Forschungsingenieur Gao Xi auf einem Podium der World Internet Conference im chinesischen Wuzhen. Der eigentliche Gegner im Wettlauf um AGI seien nicht andere Unternehmen, sondern die Zeit.
„Wenn AGI sonst zehn Jahre bräuchte, hoffen wir, dass sie in einem Jahr kommt.”
Gao Xi, DeepSeek-Forschungsingenieur
Finde DeepSeek effizientere Trainingsmethoden, Modellarchitekturen oder Inferenztechniken, wolle das Unternehmen sie möglichst schnell veröffentlichen, damit Entwickler weltweit sie prüfen und weiterentwickeln können. Technische Hürden könnten zwar kurzfristig einen Vorsprung sichern, verzögerten aber den Fortschritt insgesamt.
Risiken nicht vollständig vermeidbar
Gao räumte ein, dass offene Modelle die Auswirkungen von Sicherheitsproblemen verstärken können, zumal sich veröffentlichte Modellgewichte nicht zurückholen lassen. Risiken durch böswillige Nutzung oder durch die KI-Systeme selbst ließen sich nicht vollständig ausschließen. DeepSeek arbeite deshalb an stärkeren Schutzmaßnahmen, darunter eine Einstufung seiner Modelle nach Risiken. Konkrete Details nannte er nicht.
Auch Liu Dayiheng, Leiter des Teams für die Qwen-Modelle von Alibaba, verwies auf die fehlende Möglichkeit, offene Modelle zurückzurufen, und auf fehlende externe Schutzmechanismen. Statt den Zugang zu Modellen einzuschränken, plädierte er für Gesetze, Branchenstandards und zusätzliche Infrastruktur, um Risiken zu begrenzen. Ohne Open Source lägen die Kerntechnologien großer Sprachmodelle in den Händen weniger Unternehmen. John Higgins, Vorsitzender eines internationalen Verbands für KI-Governance, forderte gemeinsame Verfahren zur Bewertung, Prüfung und Zertifizierung offener Modelle, um Vertrauen zwischen verschiedenen Märkten zu schaffen.
Staatliche Unterstützung für offene Modelle
Die chinesische Regierung unterstützt offene KI-Ökosysteme, auch als Antwort auf US-Exportbeschränkungen. DeepSeek und das Shanghaier Unternehmen MiniMax haben laut +*chinesischen Staatsmedien im Oktober die inländischen Registrierungen abgeschlossen, um ihre neuesten Modelle als Open Source zu veröffentlichen. DeepSeek hatte am 20. Oktober zudem sein Inferenz-Framework DeepInfer offengelegt. In den USA müssen zivile Bundesbehörden Produkte von DeepSeek nach einer Anordnung des Heimatschutzministeriums aus ihren Systemen entfernen. Westliche KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI bieten ihre leistungsfähigsten Modelle dagegen nur geschlossen an und verweisen dabei auch auf Sicherheitsrisiken.
(red)




