In vielen deutschen Büros laufen Projekte, die längst ihren ursprünglichen Zweck verloren haben. Sie werden nicht offiziell beendet, tauchen aber immer wieder auf, binden Zeit und Ressourcen und liefern kaum greifbare Ergebnisse.
Einer aktuellen internationalen Befragung zufolge betrifft dieses Phänomen auch im Jahr 2026 einen großen Teil der Beschäftigten in Deutschland (via Pressetext).
Nach Angaben aus einer Umfrage des Softwareanbieters Atlassian geben 43 Prozent der befragten Büroangestellten in Deutschland an, regelmäßig an solchen nicht abgeschlossenen Vorhaben zu arbeiten. Die Studie basiert auf Rückmeldungen von mehr als 8.000 Beschäftigten aus mehreren Industrienationen. Die sogenannten Zombie-Projekte werden dabei als Initiativen beschrieben, die immer wieder neu angestoßen werden, ohne messbaren Nutzen zu erzeugen oder klar abgeschlossen zu sein.
Belastung für Mitarbeitende und Teams
Die Auswirkungen zeigen sich deutlich im Arbeitsalltag. Mehr als ein Drittel der deutschen Befragten fühlt sich durch diese Dauerprojekte gestresst oder überfordert. Rund 31 Prozent berichten von sinkender Motivation und geringerer Zufriedenheit im Job. Auch auf Teamebene bleiben die Folgen nicht aus. Etwa ein Drittel der Betroffenen nimmt eine nachlassende Effizienz wahr, weil Aufgaben doppelt erledigt oder Prioritäten ständig verschoben werden. Knapp ein Viertel sorgt sich zudem um eine zunehmende Erschöpfung im Team und negative Effekte auf wichtigere Projekte.
Warum Projekte nicht beendet werden
Ein zentrales Problem liegt in fehlender Klarheit. Viele Beschäftigte wissen nicht, wann ein Projekt offiziell als beendet gilt oder wer diese Entscheidung treffen darf. Hinzu kommt der sogenannte Investitionseffekt. Rund 30 Prozent halten an Vorhaben fest, weil bereits viel Zeit und viele Ressourcen hineingeflossen sind. Für fast ebenso viele spielt die Sorge eine Rolle, ein Abbruch könne als persönliches oder organisatorisches Scheitern wahrgenommen werden.
Folgen für Planung und Jahresstart
Diese Unsicherheit führt dazu, dass Projekte weiterlaufen, obwohl ihr Nutzen fraglich ist. Ressourcen bleiben gebunden, Prioritäten verschwimmen und neue Vorhaben starten unter erschwerten Bedingungen. Besonders zu Beginn eines neuen Jahres erschwert dies eine klare Planung und belastet sowohl Mitarbeitende als auch Führungskräfte.
Klare Entscheidungen als Gegenmittel
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unternehmen klare Kriterien für Projektabschlüsse benötigen. Transparente Entscheidungswege und eine offene Kultur im Umgang mit dem Beenden von Vorhaben könnten helfen, unnötige Dauerläufer zu vermeiden. Denn nicht jedes Projekt muss erfolgreich abgeschlossen werden, um wertvolle Erkenntnisse geliefert zu haben.