Während Deutsche um hochsensible Daten bangen, machen Hacker Geschäfte mit alltäglichen Zugängen. Eine Studie zeigt die Dumpingpreise im Dark Web.
Anlässlich des Internationalen VPN-Tages am 19. August hat der IT-Sicherheitsanbieter NordVPN zwei eigene Untersuchungen ausgewertet. Die Ergebnisse offenbaren eine deutliche Kluft zwischen dem Bedrohungsgefühl der Bevölkerung in Deutschland und der tatsächlichen Praxis von Cyberkriminellen. Während sich 26 Prozent der Deutschen Sorgen machen, dass persönliche Daten unbemerkt im Netz kursieren, konzentrieren sich Angreifer vor allem auf leicht zugängliche Zugangsdaten des täglichen Bedarfs.
„Viele stellen sich Datendiebstahl als schwerwiegenden, gezielten Angriff vor. Dabei geht es meist um ganz Alltägliches: das E-Mail-Passwort, das Netflix-Konto oder gespeicherte Zahlungskarten.“
Marijus Briedis, Chief Technology Officer bei NordVPN
Die Preise von Cyberkriminellen für deutsche Identitäten im Dark Web
Eine Datenanalyse von Handelsplätzen im Dark Web (durchgeführt über die Plattform NordStellar) verdeutlicht, wie günstig gestohlene Datensätze gehandelt werden:
- E-Mail- & Office365-Konten: Werden im Schnitt für 26,50 US-Dollar angeboten. Ein gekaperter Posteingang dient Tätern oft als Hebel, um Passwörter für weitere Dienste zurückzusetzen.
- Kreditkarten & Alltags-Logins: Gestohlene Zahlungskarten kosten durchschnittlich 12,68 US-Dollar. Zugänge zu Streaming-Diensten wie Netflix gibt es für unter 5 US-Dollar, Social-Media-Accounts liegen zwischen 12 (Telegram) und 60 US-Dollar (TikTok).
- Digitale Ausweisdaten: Ein digitaler deutscher Pass, Führerschein oder Personalausweis schlägt mit rund 33 bis 35 US-Dollar zu Buche. Physische Ausweisdokumente erzielen hingegen Preise von bis zu 1.897 US-Dollar.
- Finanzkonten: Die höchsten Summen erlösen kompromittierte Zugänge zu Fintech-Anbietern wie Wise (durchschnittlich 803 US-Dollar) oder Revolut (über 1.700 US-Dollar).
Sorgloser Umgang mit persönlichen Informationen
Die Verbraucherumfrage zeigt zudem, dass viele Bausteine für einen Identitätsdiebstahl bereits freiwillig im Internet kursieren. 60 Prozent der Befragten in Deutschland haben ihren vollständigen Namen und 63 Prozent ihr Geburtsdatum online preisgegeben. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) hat bereits Bankdaten im Netz geteilt.
Sicherheitsexperten raten dazu, Angreifern durch einfache Gewohnheiten die Grundlage zu entziehen: Neben starken, einzigartigen Passwörtern und Multi-Faktor-Authentifizierung schützt vor allem ein sparsamer Umgang mit eigenen Daten im Netz vor digitalem Betrug.
(NordVPN/red)