Cursor hat mit Origin eine eigene Code-Hosting-Plattform gestartet, ausgerechnet während eines größeren, weltweiten GitHub-Ausfalls.
Cursor begann den Rollout von Origin für zahlende Nutzer am Montagmorgen. Rund dreieinhalb Stunden später meldete GitHub laut eigenem Statusprotokoll eine rund sechs Stunden und 42 Minuten andauernde, weltweite Beeinträchtigung mit Fehlerraten von nahezu 20 Prozent bei Pull Requests, Issues und der eigenen API sowie von fast 50 Prozent beim Herunterladen von Archiven und Rohdateien. Auch die unternehmenseigene Single-Sign-on-Anmeldung über SAML, OIDC sowie SCIM-Provisioning und Team Sync fiel aus, ebenso GitHub Copilot. In der Entwicler-Community sorgte der zeitliche Zusammenfall umgehend für Spott, ein Cursor-Mitarbeiter kommentierte den eigenen Produktstart auf X sinngemäß damit, man habe ihn eigentlich früher veröffentlichen wollen, GitHub sei jedoch ausgefallen gewesen.
Cursor positioniert Origin dabei zunächst bewusst als risikoarme Ergänzung zu GitHub, das weiterhin als eigentliche Referenzquelle des Codes dient, statt als sofortigen vollständigen Ersatz. In einem neuen Codebase-Tab innerhalb von Cursor können Teams eigene, benannte Codebasen anlegen, per Kommandozeile pushen oder Code direkt hochladen. Technisch basiert ein erheblicher Teil der Review-Funktionen von Origin auf der im Dezember 2025 von Cursor übernommenen Code-Review-Firma Graphite, bekannt für sogenannte gestapelte Pull Requests, mit denen sich voneinander abhängige Änderungen einreichen lassen, ohne jeweils auf eine vorherige Freigabe warten zu müssen.
Origin, our code hosting platform, is now live.
— Cursor (@cursor_ai) August 17, 2026
It's fast, easy to use, and deeply integrated with Cursor.
Get started by syncing your repos from GitHub. pic.twitter.com/aqRHavAOQg
KI-Agenten als eigentlicher Treiber der Entscheidung bei Cursor
Nach eigenen, von Cursor intern erhobenen Daten wurden bereits 35 Prozent aller innerhalb von Cursor zusammengeführten Pull Requests von eigenständig in Cloud-Umgebungen arbeitenden KI-Agenten eröffnet, nicht von Menschen. Cursor beschreibt Origin entsprechend als Code-Hosting für die sogenannte Agenten-Größenordnung, mit dem Ziel, die zugrunde liegende Infrastruktur direkt auf immer häufigere, von Agenten selbst erstellte Branches, Änderungen und Pull Requests auszurichten. Der Start erfolgt zudem nur wenige Tage, nachdem die Übernahme von Cursor durch SpaceX für rund 60 Milliarden US-Dollar in Aktien am 14. August offiziell abgeschlossen wurde.
Cursor ist dabei nicht das einzige Unternehmen, das zuletzt aus Frustration über wiederholte GitHub-Ausfälle eigene Wege ging: Die Programmiersprache Zig wechselte bereits im November 2025 zur Plattform Codeberg, unter anderem wegen Problemen mit GitHub Actions, während der Terminal-Emulator Ghostty im April einen ähnlichen Schritt ankündigte. Nach einem Bericht von The Information hatte zudem OpenAI, an dem Microsoft selbst maßgeblich beteiligt ist, bereits begonnen, eine eigene GitHub-Alternative zu entwickeln, da wiederholte Ausfälle eigene Entwickler teils stundenlang am Einreichen von Code hinderten. GitHub selbst zählte zuletzt nach eigenen Angaben rund 180 Millionen Entwickler und 630 Millionen Repositories, das Unternehmen ist seit dem Rücktritt von GitHub-Chef Thomas Dohmke im August 2025 ohne eigene, direkt benannte Unternehmensführung und inzwischen organisatorisch in Microsofts CoreAI-Sparte eingegliedert.
(red)